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Alle irre!: Unerwartete Freundschaft: Was wollen die denn voneinander?

Immer mal wieder gibt es Freundschaften, mit denen niemand gerechnet hat – selbst die Beteiligten nicht. Das kennt auch unsere Autorin und fragt sich: Ist das echte Verbundenheit oder nur Freude an der Show? 

Von Lena Steeg

Zwei Freundinnen mit Blumen in der Hand

Mit manchen Freundschaften rechnet niemand – und dann passt es wie die Faust aufs Auge. Wieso ist das so? (Symbolbild)

Unsplash

Manchmal fragt man sich ja doch: Wieso eigentlich? Worüber unterhalten sich diese zwei Menschen, was denken, ja ganz konkret, was MACHEN die, wenn sie gemeinsam Zeit verbringen? Als Lindsay Lohan auf einem Instagram-Foto neben dem türkischen Staatschef Erdogan posierte, war das so ein Moment. Man kam nicht umhin, sich zu fragen, welcher Pressesprecher da wohl welchen angemailt hatte und weshalb? "Liebes Erdogan-Team, meine Klientin macht aktuell Pause vom beschwipsten Autofahren, will sich stattdessen des Weltfriedens annehmen und hält Ihren Chef für einen guten Komplizen in dieser Angelegenheit. Lunch am Donnerstag?" Und dann entsteht ein Bild, das um die Welt geht. Lindsay Lohan, gerne betrunkene, gerne feiernde, offen zu ihrer Bisexualität stehende um-die-30-jährige Hollywoodschauspielerin neben Recep Tayyip Erdogan, Mitte-60-jähriger Gleichberechtigungsverweigerer, meinungsfreiheitskritischer Rechtskonservativer. Bitte lächeln! Nur: Worüber?

Aus Gegensätzen werden Freunde

Für Verwirrung dieser Art braucht es nicht unbedingt einen der immer absurder werdenden Stars-und-Demagogen-Momente (weitere Beispiele: Dennis Rodman und Kim Jong-un; Gérard Depardieu und Wladimir Putin; Kanye West und, na ja, doch, das passt eigentlich ganz gut: Donald Trump). Auch im eigenen Bekanntenkreis formieren sich hin und wieder Menschen zu Freunden, von denen man kaum angenommen hätte, sie könnten je einen Raum miteinander teilen, ohne verrückt zu werden.

Erst neulich entstand in meinem Bekanntenkreis eben solch eine Verbindung. Der eine, mit seinen Gedanken, seiner Stimme, seinem ganzen Auftreten stets aufs Nach-vorne-Gehen angelegt, wir trotteten ihm eigentlich immer bloß hinterher, und der andere, ein Stillerer, Zarterer irgendwie. Jahrelang war es zwischen ihnen nie zu mehr als den An- und Abführungszeichen des Nachtlebens gekommen: "Alter, schön dich zu sehen!", und "Alter, bis bald! Dann aber mal mehr quatschen, ne?". Genau wie wir wussten die beiden dabei: Keinesfalls würde es je dazu kommen, sie würden stattdessen auf immer in der urwichtigen sozialen Konstellation zueinanderstehen, die es in jeder Clique geben muss: Beinahe-Freunde, Nebenbei-Zunicker, ewige Schulterklopfer im Vorübergehen.

Verbindungen, die für eine neue Dynamik sorgen

Dann aber hatten sie sich eines Tages wohl doch aus Versehen unterhalten und traten plötzlich kaum mehr ohne einander auf. Die gegenseitige Gesellschaft bewirkte Beeindruckendes. Der Stillere unterwarf sich dem Lauteren zwar rollenkonform durch allerlei Anhimmelungsgebaren, doch auch dieser glich sich an, wurde plötzlich ruhiger, entspannter, zeigte zum ersten Mal Interesse für die Befindlichkeiten der anderen, also uns. In der unerwarteten Zuwendung zueinander lag offenbar auch für ihn eine ganz eigene Energie, die ihn in neuen Bezug zur Gruppe setzte. Aus der strengen Hierarchie unseres Kreises wurde eine angenehme Anarchie, in der wir zwar weiterhin nicht verstanden, was die beiden aneinander fanden aber das war ja vielleicht auch gar nicht wichtig.

Die Hoffnung: ein gegenseitiges Beschwichtigen

Und so kann man der Welt nur wünschen, dass auch Lohan und Erdogan sich auf ähnliche Weise gegenseitig beschwichtigen werden. Vielleicht fährt die eine in Zukunft weniger häufig betrunken Auto, und der andere, tja, fängt klein an und gibt immerhin der Pressefreiheit in seinem Land noch mal eine Chance. Sie sähen immer noch seltsam aus miteinander, diese Verbündeten im Missverständnis. Aber wer weiß, aus Irrtum kann ja Fortschritt werden.

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON-Ausgabe 04/2017 erschienen.

Freunde in der Ferne: Dieses Wissen hilft dir, deine Freundschaften zu erhalten

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(