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Serie "Hochzeit, Nein Danke" Paare erzählen, warum sie NICHT heiraten: Eva und Volker, 18 Jahre zusammen, drei Kinder

Uns erzählen Paare, warum sie eben nicht heiraten wollen
Uns erzählen Paare, warum sie eben nicht heiraten wollen
© Archive Photos Creative/Getty Images; Montage: stern.de
Auch wenn sich die gesellschaftlichen Vorstellungen des Zusammenlebens verändern: Die Ehe gilt vielen immer noch als das Ideal. Uns erzählen Paare, warum sie gerade nicht heiraten.

Zwar hat die Ehe als Institution in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an Stellenwert eingebüßt: Gab es 1950 noch knapp elf Eheschließungen pro 1000 Einwohner, lag die Quote 2015 bei unter fünf. Nichtsdestotrotz ist die Heirat für Viele aber noch immer die ideale Vorstellung für das Zusammenleben von Mann und Frau. NEON fragt Paare, die schon lange zusammen sind, teilweise auch gemeinsame Kinder haben, warum sie nicht heiraten.

Heute: Eva (39) und Volker (43), die seit mehr als 18 Jahren ein Paar sind und drei gemeinsame Kinder haben.

Warum seid Ihr nicht verheiratet?

Eva: Bislang habe ich noch keinen Antrag bekommen. Ich würde selbst den Antrag nicht machen. Dafür ist mir eine Hochzeit nicht wichtig genug. Und da bin ich auch spießig. 18 Jahre zusammen, drei Kinder – NICHT verheiratet zu sein, ist eine ganz coole Ausnahme. Es sprechen uns immer wieder Leute darauf an, fordern es geradezu ein, wollen endlich mal wieder eine geile Party mitnehmen. Seit ein paar Jahren sage ich öfter, es sei unser Status-Symbol, unverheiratet zu sein. Wir würden viel Geld sparen, wenn wir es täten. Und das ist ein ganz lustiges und auch lässiges Gefühl: Bewusst zusammen zu sein, und auf das Geld einen feuchten Kehricht zu geben.

Volker: Erst hat es sich nicht ergeben, dann wollte ich erstmal Kinder haben, dann habe ich mich erinnert, wie anstrengend und unharmonisch die Ehe meiner Eltern war. Das hat mich dazu bewogen, eine ähnliche Aussage zu treffen, wie: Wenn wir aus dem Gröbsten raus sind oder wenn sie 64 ist. Inzwischen war ich einmal kurz davor, einen Antrag zu machen, als wir in Ozeanien im Urlaub waren, aber als sie vorher fragte, ob wir unsere Geburtsurkunden mitnehmen wollen, habe ich dankend abgelehnt.

Auch wenn Ihr es beide nicht wollt: Wer von Euch steht dem Heiraten offener gegenüber als der andere?

Eva: Eva.

Volker: Eva.

Was würde sich durch eine Hochzeit in Eurer Beziehung verändern?

Eva: Ich kann nachvollziehen, wenn andere erzählen, dass auf wundersame Weise sich durch das offizielle Committment das Gefühl füreinander intensiviert. Schon bei den Hochzeitsvorbereitungen. Aber vielleicht ist das auch nur temporär.

Volker: Keine Änderung zu erwarten – eher befürchte ich Selbstverständlichkeit und Langeweile.

Habt Ihr vor, irgendwann vielleicht doch zu heiraten, oder ist das gar kein Thema für Euch?

Eva: Volker hat mal gesagt, wir heiraten, wenn wir 64 sind. Das ist zwar so weit weg, aber sollte irgendwann der Zeitpunkt mal da sein und ich einen Antrag bekommen: Wie geil wird das denn!? Nach X Jahrzehnten entscheidet sich Volker bewusst und aktiv, mir einen Antrag zu machen. Das stelle ich mir sehr, sehr romantisch vor.

Volker: Mit 64 oder vorher (wenn sich mal was ergibt…).  

Ein Brautpaar sitzt nebeneinander auf Stühlen, sie hält einen Blumenstrauß auf dem Schoß
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