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Kaylee Muthart 20-Jährige kratzt sich unter Drogen die Augen aus - jetzt warnt sie andere vor Crystal Meth

Jeder hat sie schon gesehen: Die eindrücklichen Bilder von Menschen, die der Konsum von Crystal Meth zu Wracks gemacht hat. Natürlich ergeht es nicht allen Konsumenten so. Aber sicher ist: Die Droge, die sich in den vergangenen Jahren massiv in Deutschland verbreitet, birgt immense Risiken. Die psychische Abhängigkeit ist hoch, weil Meth wach hält und zunächst Superhelden-Gefühle vermittelt. Und auch, weil von vielen Konsumenten zum Beispiel Sex sehr viel intensiver erlebt.


Aber die vermeintlichen Vorteile nutzen sich rasch ab – der Kick geht, die Gier bleibt. Und mit ihm eine üble Sucht. Die Zerstörungen sind vielfältig: Paranoia und Psychosen, Wahnideen wie die Besessenheit, unter der Haut von Insekten besiedelt zu sein, wüste Aggressivität, Zerfall des Gedächtnisses, der Zähne, der Schleimhäute, Zerstörung der Nieren, Abmagerung. Der harte Konsum, oft mit der Spritze, zehrt aus, lässt abmagern, ruiniert Erholung und Schlaf. Zwar lässt sich auch solche eine Suchterkrankung wirksam behandeln – aber es fehlen Therapieplätze und Spezialisten. Und: Der Entzug ist für Betroffene sehr qualvoll, weil es keine Ersatzmittel gibt.

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Ein Drogenrausch, der entsetzlich endet: Die Amerikanerin Kaylee Muthart kratzte sich auf Crystal Meth die Augen aus. Jetzt ist die 20-Jährige blind - und sagt trotzdem, dass ihr Leben schöner sei als zuvor.

Was Kaylee Muthart sich angetan hat, ist eigentlich kaum vorstellbar. Die 20-jährige Amerikanerin ist blind - nachdem sie sich vor einigen Wochen unter Drogen selbst die Augen auskratzte. Auf "Cosmopolitan.com" erzählt Kaylee nun in eigenen Worten, wie es zu dem schrecklichen Vorfall kommen konnte - und will damit andere junge Menschen vor Drogenkonsum warnen.

Der Horror geschah am 6. Februar: Kaylee war seit Stunden high, hatte sich mit einem Freund Crystal Meth gespritzt. Seit über einem Jahr nahm sie bereits Drogen, nachdem sie von der Schule geflogen war, ihren Job verloren hatte und eine langjährige Beziehung in die Brüche ging. Erst rauchte sie nur Gras, dann nahm sie immer stärkere Sachen. "Ich bin sehr religiös. Ich war überzeugt davon, dass mich Meth näher an Gott bringen würde", sagt Kaylee. So auch an jenem Morgen.

Kaylee Mithart
Kaylee Mutharts Mutter sammelt online Spenden für einen Blindenhund für ihre Tochter
© Gofundme

Das Crystal Meth führte zu schweren Halluzinationen

Kaylee lief alleine an Bahngleisen in Anderson, South Carolina entlang und hatte starke Halluzinationen. "Obwohl es halb elf Uhr morgens war, sah alles düster und dunkel aus, außer einer hellen Stelle, an der ich einen weißen Vogel zu sehen glaubte." Dann sei ihr die Eingebung gekommen: "Ich dachte, dass irgendjemand etwas Wichtiges opfern müsste, um die Welt wiederherzustellen und dass ich diejenige sei. Ich dachte, alles  würde enden, alle müssten sterben, wenn ich nicht sofort meine Augen herausreißen würde."

"Ich bin lieber blind als drogenabhängig"

Unter großen Schmerzen und Anstrengung tat sie genau das, wurde dann von einem Passanten entdeckt und sofort ins Krankenhaus gebracht. Doch die Ärzte konnten ihr Augenlicht nicht retten. Kaylees Leben wurde schlagartig dunkel - und doch veränderte es sich für sie zum Guten, wie sie schreibt.

"Ich bin ehrlich glücklicher als zuvor. Ich bin lieber blind als drogenabhängig." Denn nach dem Vorfall kam die 20-Jährige in psychiatrische Behandlung, die Ärzte diagnostizierten eine bipolare Störung. Jetzt plant sie , einen Entzug zu machen und zurück zur Schule zu gehen. Kaylee lebt wieder bei ihrer Mutter, die sie sehr unterstützt. Unter anderem hat sie eine "Gofundme"-Seite ins Leben gerufen, auf der sie Spenden für einen Blindenhund für Kaylee sammelt. "Wenn ihre Geschichte nur einer einzigen Person hilft, kann etwas Gutes aus dieser Tragödie entstehen", heißt es dort. 

Wer sehen will, wie Kaylee Muthart ihre neues Leben meistert: Die "Independent Mail" hat sie zuhause besucht.

sst

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