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Umweltschädliches Mikroplastik: Glitzer liegt im Trend – doch er schadet tausenden Tieren

Glitzer liegt voll im Trend und wird auf Partys hemmungslos verwendet. Das sieht zwar oft toll aus, ist aber leider in Wirklichkeit ziemlich schädlich für die Umwelt.

Drei junge Menschen feiern auf einer Glitzer-Party

Glitzer liegt im Trend, sieht spektakulär aus – und ist leider ziemlich umweltschädlich

Getty Images

Glitzer-Partys liegen gerade voll im Trend. Das Zeug ist allerdings auch ganz schön fies. Wer es einmal an der Kleidung oder in der Wohnung hat, wird es so schnell nicht los. Nicht umsonst gibt es im Netz Anbieter, die man dafür bezahlen kann, dass sie ein Paket voller Glitzer an jemanden schicken, den man wirklich hasst.

So ungefähr muss es der Umwelt mit den ungezählten Glitzer-Trends gehen – als würden wir sie von Herzen hassen. Für die Natur nämlich sind die Unmengen von Glitzer, die zu unserem Vergnügen produziert und verbraucht werden, in den allermeisten Fällen sehr schädlich.

Glitzer besteht aus Mikroplastik – und schadet der Umwelt

Herkömmlicher Glitzer besteht normalerweise aus Mikroplastik, das biologisch gar nicht oder erst nach sehr langer Zeit abbaubar ist. Der Umweltschutzbund NABU warnt: "Die chemisch-instabilen Glitzerpartikel sind sehr klein und passieren nach der Dusche schnell mal ungehindert das Abwassersystem und die Kläranlagen." Dabei geht es vor allem um Glitzer-Make-Up, das ins Abwasser gelangt, wenn es abgewaschen wird. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Kläranlagen, die Mikroplastik herausfiltern können. So kommt der Stoff ungehindert ins Grundwasser und damit in die Umwelt – zum Beispiel in die Meere. Wie die "Daily Mail" berichtet, wird der Glitzer von Meereslebewesen mit Nahrung verwechselt. Das beschädigt die Leber und beeinträchtigt  Verhaltensfunktionen.

Dass die unter einem akuten Plastikproblem leiden, ist schon länger bekannt. Doch das Mikroplastik findet auch seinen Weg zurück zum Menschen. Vergangenes Jahr haben Forscher erstmals auch Plastikpartikel in menschlichen Stuhlproben nachgewiesen. Eine Studie belegte dieses Jahr, dass Menschen pro Woche bis zu fünf Gramm Mikroplastik aufnehmen – das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte.

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Wissenschaftler raten dazu, auf Glitzer zu verzichten oder Bio-Glitzer zu benutzen

Viele Menschen sind mittlerweile dafür sensibilisiert, nicht mehr so viel Plastik zu verbrauchen und achten in ihrem Alltag darauf. Doch manchmal ist schwer zu erkennen, wie umweltschädlich Produkte sein können, die man ganz selbstverständlich benutzt – wie zum Beispiel Glitzer.

Umweltschützer raten deshalb dazu, am besten ganz auf Glitzer zu verzichten oder – wenn es denn sein muss – Bio-Glitzer zu verwenden. Doch auch bei letzterem ist laut NABU nicht immer klar, ob er auch tatsächlich biologisch abbaubar ist. Deshalb hatte schon im vergangenen Jahr eine Wissenschaftlerin aus Neuseeland gefordert, Glitzer komplett zu verbieten.

Quellen: NABU, "Independent", "Daily Mail"

epp