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Krankheit online vorgespielt: Sie bekam 55.000 Dollar Spenden für ihre Krebsbehandlung – und alles war gelogen

Online spielte Lucy Wieland der ganzen Welt die Krebskranke vor, die nicht so früh sterben will. Damit ergaunerte sich die 27-Jährige 55.000 Dollar Spenden. Jetzt steht sie vor Gericht.

Instagram-Post von Lucy Wieland

Todkrank im Bett – jetzt steht Lucy Wieland wegen Betrugs vor Gericht

Die Fotos, die Lucy Wieland auf Instagram postete, zeigen eine junge Frau, die um ihr Leben kämpft. Dort ist sie mit großen Pflastern zu sehen, mit kahlgeschorenem Kopf und im Krankenhausbett – eine vom Krebs gezeichnete Patientin. Jetzt ist klar: Das war alles eine große Show. Wieland war gesund und hat ihre angeblich lebensgefährliche Erkrankung nur online vorgespielt, um damit leichtgläubigen Spendern ihr Geld abzuknöpfen.

Jetzt steht die 27-Jährige aus der australischen Stadt Townsville vor Gericht. Auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe hatte Wieland eine Kampagne gestartet, bei der sie ihre Leidensgeschichte erzählte und um Spenden für ihre Behandlung bat. Sie ist wegen Betrugs angeklagt, ihr wird vorgeworfen, mit ihrem angeblichen Eierstockkrebs insgesamt 55.000 Dollar ergaunert zu haben. Das berichten verschiedene englische Medien.

Ein Doppelleben mit Eierstockkrebs

Zu dem Zweck hatte sich Wieland online ein Doppelleben aufgebaut. Auf ihrem Blog "No Thanks Ovarian Cancer" (Eierstockkrebs, nein danke) schrieb sie in herzzerreißenden, emotionalen Beiträgen über ihr Leben mit dem Krebs. Die Seite ist mittlerweile nicht mehr einsehbar. Am Donnerstag löschte Wieland auch ihren Instagram-Account. "Ich habe nicht viel geschlafen letzte Nacht, aber ich konnte gut atmen und war  zum ersten Mal in dieser Woche relativ schmerzfrei – das war großartig", hatte sie dort beispielsweise im August zu einem Bild geschrieben.

Damals gab es noch jede Menge unterstützende Kommentare unter ihren Posts. Heute finden sich dort viele enttäuschte Stimmen, auch einige Beleidigungen. Das ganze Schauspiel flog auf, als die Polizei einen "Tipp aus der Bevölkerung" bekam, wie der Ermittler Chris Lawson am Rande des Prozesses sagte. "Die wahren Opfer sind die Menschen, die die Geschichte gehört haben, versucht haben zu helfen und in einigen Fällen sogar das wenige Geld, das sie haben,  gespendet haben, um jemandem zu helfen", sagte Lawson laut dem Fernsehsender ABC News.

Ob Wielands Lebensgefährte, der auf vielen der Bilder zu sehen ist, ebenfalls beteiligt war, ist noch nicht klar.  Nach Angaben von GoFundMe haben alle Spender ihr Geld zurückbekommen. Die Plattform arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen, um sie bei den Ermittlungen zu unterstützen. Weniger als ein Zehntel der Kampagnen auf der Seite würden in betrügerischer Absicht erstellt, teilte die Plattform mit. Die Polizei nutzte den Fall dennoch dazu, alle Internetnutzer darauf hinzuweisen, Crowdfunding-Kampagnen zunächst so weit wie möglich zu hinterfragen, bevor sie leichtfertig Geld verschicken.

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epp