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Bewegendes Video "Ich werde nie vergessen, was man mir angetan hat" - so reagieren KZ-Überlebende auf Hass im Netz


Sara, Alexander und Justin sind über 90 Jahre alt und haben den Holocaust überlebt. In einem bewegenden Video fordern sie künftige Generationen auf, sich für eine neue Erinnerungskultur stark zu machen.

"Ich werde nie vergessen, was ich gesehen habe. Ich werde nie vergessen, was man mir angetan hat", sagt Sara. Zusammen mit zwei anderen Überlebenden des Holocaust erzählt sie in einem Video nicht nur ihre Geschichte – sondern reagiert auch auf Hasskommentare im Netz, in denen User den Holocaust leugnen oder mit antisemitischer Sprache hetzen. Aus der Geschichte lernen und eine Erinnerungskultur schaffen: Diese Idee will das Video seinen Zuschauern vermitteln.

Der knapp vierminütige Clip stammt von "Deutschland 3000", einem Webvideo-Format von "Funk", dem jungen Programm von ARD und ZDF. Seit der Veröffentlichung am Freitag haben es über 1,5 Millionen Menschen gesehen. "Der Holocaust hat nie existiert" oder "Solange es Juden gibt auf dieser Welt, so lange wird es keinen Frieden geben", solche und andere Kommentare finden sich zu Hauf in den Tiefen des Internets. "Natürlich hat der Holocaust existiert", sagt der 93-jährige Justin. "Da muss man bloß in die Konzentrationslager fahren." Er hat das Konzentrationslager Auschwitz überlebt und erzählt dem Zuschauer, wie er sich vor der Ermordung nur knapp retten konnte, während andere starben. Wie es sich für ihn anfühlt, heute solche Kommentare zu lesen: "Mir macht das Angst", sagt er.

Erinnerungskultur schaffen

"Das ist eine Schande, wenn ich sowas höre", sagt auch der 93-jährige Alexander, der das Konzentrationslager Sachsenhausen überlebt hat. Das Video wechselt immer zwischen Augenzeugenberichten der drei über 90-jährigen Opfer und ihrer Einschätzung zur aktuellen Wahrnehmung des Themas Antisemitismus in Deutschland. "Wie schnell das umkippen kann, wenn heute wieder vor dem jüdischen Restaurant Schalom in Chemnitz Nazis auftreten und sagen "Juden raus!", dann trifft mich das ganz besonders hart", erklärt Justin.

Daher richten die drei eine Aufforderung an die junge Generation: Sie soll den "Staffelstab" übernehmen und dafür Sorge tragen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. "Was ich nicht mehr kann, sollt ihr machen", sagt die 92-jährige Sarah.

lau

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