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Iran: Frauen dürfen nicht zum Fußball? Eine Fotografin wusste sich mit diesem klugen Trick zu helfen

Bei Fußballspielen von Männern im Iran sind Frauen nicht gern gesehen. Das gilt besonders für weibliche Journalisten. Parisa Pourtaherian hat dennoch einen Weg gefunden, um über das, was sich auf dem Rasen abspielt, zu berichten.

Iran

Ein Bild wie dieses, entstanden während der WM in Russland, wäre im Iran bei einem Profispiel der Männer unvorstellbar (Symbolbild)

Picture Alliance

Ein festverankertes Verbot gibt es nicht, das es Frauen verbietet, ein Profifußballspiel einer Männermannschaft im Iran im Stadion zu verfolgen. Trotzdem wird ihnen häufig an den Eingängen der Einlass verwehrt. Von Profispielen der Männer dürfen weibliche Journalisten erst gar nicht berichten. Diese Erfahrung musste auch die Fotografin Parisa Pourtaherian machen als sie versuchte, ins Vatani-Stadion im Norden des Irans zu gelangen, um dort Fotos von einem Spiel zu machen. Doch so schnell gab sie nicht auf.

Wie unter anderem die "BBC" berichtet, ließ sich die 26-Jährige etwas Smartes einfallen. Während ihre männlichen Kollegen bereits damit begannen, Fotos am Feldrand zu knipsen, sprach sie die Besitzer der umliegenden Häuser an. Sie war extra drei Stunden vor Anpfiff der Partie zum Stadion gekommen. Trotzdem wurde Parisa erst fündig, nachdem die erste Halbzeit schon gespielt war. Mit einem großen Kamera-Objektiv stellte sie sich auf das Dach eines der umliegenden Häuser. Von dort aus machte sie ihre Fotos. Obwohl das Spiel noch lief, schienen sich ihre männlichen Kollegen plötzlich mehr auf Parisa, als auf das Spiel zu konzentrieren.

Foto von ihr auf dem Dach ging viral

Im Interview mit der "BBC" verriet sie: "Die Fotografen am Spielfeldrand waren damit beschäftigt, Fotos vom Spiel zu machen. Doch als sie mich auf dem Dach sahen, machten sie Fotos von mir. Ich glaube, alle von ihnen haben das gemacht!" Das besagte Foto ging nicht nur im Iran selbst durch die Decke, sondern fand auch seinen Weg in die internationale Presse.

Für Parisa ein ungewohntes Gefühl: "Ich muss gestehen, dass die Reaktionen und das positive Feedback etwas komisch für mich gewesen sind. An die Reaktionen der Menschen habe ich zuerst gar nicht gedacht. Ich war nur darauf fokussiert, Fotos zu machen." Während sie das Spiel verfolgte, war sie so in ihre Arbeit vertieft, dass sie nicht mal die Polizei fürchtete: "Ich hatte keine Angst. Die Polizei sah mich zwar, aber sie unternahmen nichts und ließen mich meinen Job machen."

Am Ziel ist Parisa noch lange nicht. Zwei Träume hat die mutige Frau noch: Sie wünscht sich einmal ein Spiel von Manchester United mit ihrer Kamera zu verfolgen und will frei reisen können, um von Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt zu berichten.

Bei ihrem Mut und ihrem Antrieb ist Parisa zu wünschen, dass beide Träume für sie in Erfüllung gehen.

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