In den Onlinenetzwerken gab es zahlreiche entrüstete Kommentare zum Kinderverbot in der Komfortklasse. "Die SNCF will keine Kinder in Abteilen für Geschäftsreisende - aber was ist mit den Idioten, die mit ihrer Sekretärin telefonieren und alle daran teilhaben lassen", schrieb eine Nutzerin. Andere posteten Fotos von Kinderabteilen in finnischen Zügen, mit Spielgeräten und Lese-Ecken.
Auch mehrere Politiker sprangen auf das Thema auf. "Kinder auszuschließen bedeutet, die Zukunft auszuschließen", erklärte der Parteichef der Republikaner, Bruno Retailleau.
Die Bahn versuchte, den Imageschaden zu begrenzen. Das neue Komfortangebot sei speziell für Geschäftsreisende und umfasse nur acht Prozent aller Plätze, und dies auch nur werktags, hieß es in einem Onlinevideo der SNCF. Bereits in einer früheren Klasse für Geschäftsreisende seien keine Kindertickets angeboten worden.
Die Bahn änderte unterdessen die Beschreibung des neuen Angebots auf ihrer Website. Statt "Kinder sind nicht zugelassen" heißt es nun, die Geschäfts-Abteile seien "ab zwölf Jahren zugänglich", und jüngere Kinder seien "selbstverständlich in den übrigen Abteilen willkommen". Die Deutsche Bahn war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, weil sie die Familienreservierung abgeschafft und Reservierungen für Eltern mit Kindern dadurch erheblich verteuert hat.