Moskau: Beschädigter russischer Tanker treibt mit 700 Tonnen Kraftstoff im Mittelmeer

Der Tanker treibt führerlos im Mittelmeer
Der Tanker treibt führerlos im Mittelmeer
© AFP
Ein vor knapp zwei Wochen beschädigter russischer Tanker treibt nach Angaben Moskaus mit hunderten Tonnen Treibstoff führerlos im Mittelmeer. Die "Arctic Metagaz" habe "schwere Schäden davongetragen", erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Montag in Moskau. An Bord seien Detonationen zu hören, das Schiff neige sich immer stärker zur Seite und es seien vereinzelte Brände beobachtet worden.

Als die Besatzung das Schiff verließ, befanden sich laut Sacharowa 450 Tonnen Schweröl und 250 Tonnen Diesel "sowie eine erhebliche Menge Erdgas" in den Tanks. 

Am 3. März hatten sich mehrere Explosionen an Bord des Tankers ereignet, der sich damals rund 240 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Sirte befand. Nach russischen Angaben wurden die 30 Besatzungsmitglieder nach den Explosionen gerettet. Moskau wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Drohnen attackiert zu haben. Die Ukraine hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Die "Arctic Metagaz" befindet sich auf Sanktionslisten der Europäischen Union und der USA, die das Schiff der russischen "Schattenflotte" zurechnen. Auf Fotos der Nachrichtenagentur AFP vom Sonntag war zu sehen, wie das von Bränden schwer beschädigte Schiff etwa 50 Seemeilen südwestlich von Malta im Meer trieb. 

Die maltesischen und italienischen Behörden beobachten die Lage. Die Umweltschutzorganisation WWF hatte am Freitag gewarnt, ein Austritt des auf dem Schiff befindlichen Treibstoffs könne zu einer "dauerhaften Verschmutzung" in dem Meeresgebiet führen, das zu den artenreichsten im Mittelmeerraum zählt.

AFP