Österreich: ORF-Chef tritt nach Belästigungsvorwürfen zurück

Roland Weißmann
Roland Weißmann
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In Österreich ist der Direktor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ORF nach Belästigungsvorwürfen einer Mitarbeiterin zurückgetreten. Roland Weißmann trete "mit sofortiger Wirkung" zurück, gab der Stiftungsrat des Senders am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Eine ORF-Mitarbeiterin hatte in den vergangenen Tagen "Vorwürfe der sexuellen Belästigung" gegen den 57-jährigen Weißmann erhoben, der jegliches Fehlverhalten bestreitet. 

Es sei die Verantwortung des ORF-Stiftungsrats, "nun rasch die nötigen Schritte zu setzen, damit die erhobenen Vorwürfe transparent und mit aller Konsequenz aufgeklärt werden können", hieß es in der Mitteilung des Senders weiter. Der Rat kündigte "rasche und transparente Aufklärung" an.

Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum erklärte, seinem Mandaten liege "bis heute der von der Mitarbeiterin genau vorgebrachte Sachverhalt nicht vor". Weißmann sei dennoch, "um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit". Er sei daher "mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Generaldirektor" zurückgetreten. 

Weißmanns Anwalt kündigte rechtliche Schritte an. Die "mediale Verbreitung der in keinster Weise aufgeklärten Vorwürfe" stelle eine "völlig unangemessene und überschießende Reaktion" dar, erklärte Scherbaum.

Weißmanns Rücktritt erfolgt zwei Monate vor der Austragung des diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in Wien. Das Finale des ESC findet am 16. Mai statt.

AFP