Waldbrände im Süden Chiles weiter außer Kontrolle

Bewohner kämpfen gegen Waldbrand nahe der Stadt Florida
Bewohner kämpfen gegen Waldbrand nahe der Stadt Florida
© AFP
Im Süden Chiles wüten mehrere Waldbrände weiterhin außer Kontrolle. Angefacht von Hitze und starkem Wind, vernichteten die Feuer bereits ganze Ortschaften. Mehr als 1000 Häuser wurden nach Behördenangaben bis Montag (Ortszeit) zerstört oder beschädigt, mindestens 20 Menschen kamen ums Leben. Präsident Gabriel Boric hatte am Sonntag den Notstand in den Provinzen Ñuble und Biobío ausgerufen, um einen Einsatz der Armee bei den Löscharbeiten zu ermöglichen. 

Besonders schwer betroffen ist der kleine Küstenort Lirquén. Dort suchten Bewohner in den verkohlten Überresten ihrer Häuser nach Überresten ihrer Habseligkeiten. Mareli Torres war mit ihrer Familie auf einen Hügel am Rande des Ortes gezogen, nachdem bei einem Tsunami in der Region im Jahr 2010 mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen waren. Nun habe "eine Welle aus Feuer statt Wasser" alles vernichtet, klagte sie.

In den vergangenen Jahren gab es im Süden und im Zentrum Chiles immer wieder schwere Waldbrände. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern führt der menschengemachte Klimawandel zu steigender Hitze und Dürre in der Region und damit zu extremeren Waldbrandsaisons.

AFP