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Krankenhaus-Keim Frühchen sterben in Bremer Klinik


Auf der Station für Frühgeborene einer Bremer Klinik sind seit August drei Babys gestorben. Ursache ist ein Keim, nach dessen Quelle jetzt gesucht wird. Weitere Kinder sind erkrankt.

Eigentlich genießt die Klinik einen guten Ruf. Doch nun kommt heraus, dass im Bremer Klinikum Mitte seit August drei Säuglinge ums Leben gekommen sind. Sie starben an dem sogenannten ESBL-Keim, wie der Gesundheitsstaatsrat Joachim Schuster am Mittwoch bekannt gab.

Die Quelle für die Infektion sei allerdings nicht bekannt: "Die Ursache ist extrem schwierig zu finden." Es könnten Menschen aber auch Gegenstände sein. Die Keime kämen im Darm vor und würden in einer mutierten Form gefährlich. Es gebe mehrere erkrankte Kinder, von denen aber keines in Lebensgefahr schwebe.

Die Klinikabteilung für Frühgeburten wurde bereits geschlossen. Wie der Weser-Kurier in seiner Online-Ausgabe berichtet, ist ein Krisenteam des Robert-Koch-Instituts vor Ort, um die Ursachen für die Tragödie zu untersuchen.

Der Vorfall erinnert an den Tod dreier Babys in Mainz: Dort starben vergangenes Jahr drei Frühchen in der Uniklinik. Zwei von ihnen kamen wegen einer verseuchten Nährlösung um. Das dritte Kind erlag seinen Vorerkrankungen.

Das Klinikum Bremen-Mitte gehört dem Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord an. Es verfügt über eine als Perinatalzentrum anerkannte Klinik, in der extrem kleine Frühgeborene versorgt werden. Um sich Perinatalzentrum nennen zu dürfen, muss ein Haus bestimmte vom Gesetzgeber erlassene Kriterien erfüllen. So ist eine Mindestanzahl an Frühgeborenen pro Jahr Voraussetzung, ebenso wie eine modernste medizintechnische Ausstattung und geschultes Fachpersonal. Wer sich in ein solches Zentrum begibt, sollte daher eigentlich eine gewisse Expertise erwarten dürfen.

fw/lea/DPA DPA

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