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Irland: Mitten im Wald versteckt sich ein riesiges Keltisches Kreuz

Es grenzt schon an ein Wunder, dass dieses Naturschauspiel bis jetzt unentdeckt blieb: Das Symbol der sakralen Kunst der Kelten befindet sich mitten in einem irischen Wald. Ein Förster hat das Gelände angelegt, das ausschließlich im Herbst sichtbar wird.

Keltenkreuz im Wald

Irische Hochkreuze, wie dieses aus Killea, County Donegal, haben früher besondere Gebiete bzw. heiliges Land markiert

In Donegal, im Norden Irlands, hat der Herbst ein Geheimnis gelüftet: Durch die Verfärbung des Grüns zeigt sich mitten in einem Laubwald plötzlich ein gigantisches Keltisches Kreuz. Nur aus der Luft zu sehen ist das sakrale Symbol, das eine Länge von 100 Metern misst und die Bewohner der Region nach seiner Entdeckung zu wilden Spekulationen inspiriert hat. Die Theorien reichten von einem Zeichen von Außerirdischen über ein Naturwunder bis hin zu einer Nachricht von den Urahnen.

Die Lösung des Rätsels ist jedoch das Werk eines einzelnen Mannes. Der vor sechs Jahren bei einem Autounfall verstorbene Förster Liam Emmery hat es sein "Waldprojekt" genannt und zwei unterschiedliche Baumarten zur Gestaltung des Keltenkreuzes ausgesät. Nur eine der beiden Gattungen verfärbt im Herbst ihr Laub, sodass zu dieser Jahreszeit das Glaubenssymbol der Kelten sichtbar wird. 

Von Reisenden entdeckt

Nachdem Flugreisende beim Landeanflug auf die nordirische Stadt Derry auf den besonderen Wald aufmerksam geworden waren und von ihrer Entdeckung berichteten, hat Gareth Wilkinson, ein Reporter des Senders UTV, die Geschichte recherchiert. Eine Drohnenaufnahme von Darren Sheaffer bestätigte die Aussagen der Fluggäste und zeigt das Kreuz inmitten des Laubwaldes. 

Wilkinson sprach mit Norma Emmery, der Witwe des Försters, die ihm erzählte, dass ihr Mann das Aussäen der Baumsamen minutiös geplant hatte. Sie selbst hatte das "Waldprojekt" schon längst wieder vergessen. Und außer seiner Frau scheint Emmery niemandem davon erzählt zu haben.

Wer in den nächsten Jahrzehnten also einmal im Herbst Richtung Nordirland fliegt, kann das Glück haben, das Keltenkreuz mit eigenen Augen zusehen. Emmery hat sich selbst damit ein wunderschönes Denkmal gesetzt – ohne jemals dafür Ruhm einheimsen zu wollen. Für den werden nun die Bewunderer seiner Arbeit sorgen.

bal
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