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Mallorca: Saftige Strafen für Sauftouristen - so teuer wird es jetzt am Ballermann der Briten

Was den Deutschen der Ballermann ist den Briten Magaluf, ein kleiner Ort im Südwesten Mallorcas. Doch die Gemeinde sagt den Sauftouristen den Kampf an. Ein neuer Katalog listet saftige Geldstrafen für Entgleisungen auf.

Magaluf auf Mallorca

Vor allem Briten machen in Magaluf auf Mallorca Urlaub.

AFP

Schlechte Nachrichten für britische Sauftouristen: Das Party-Städtchen Magaluf auf Mallorca erhöht die Strafen für Entgleisungen und Fehltritte empfindlich. Die Verwaltung der Gemeinde Calvià hat einen Katalog veröffentlicht, in dem die Bußgelder festgeschrieben sind. Klar ist: Die Strafen werden richtig teuer. Bis zu fünf Mal so hoch fallen die Summen aus. 

Magaluf kämpft ähnlich wie S’Arenal gegen den Massentourismus. Dort waren bereits Strafen für Trinken in der Öffentlichkeit erlassen worden, um die saufenden Touristen zurückzudrängen. Man hofft auf einen Imagewechsel, das will Magaluf nun auch erreichen. Dort ziehen in den Sommermonaten grölende Massen durch die Straßen, es wird an Häuser uriniert und sich geprügelt. Die verschärften Regeln sollen die Exzesse beenden.

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Männerüberschuss am Strand von El Arenal. Da muss eine aufblasbare Sexpuppe herhalten, die auch als Luftmatratze auf dem Wasser benutzt wird.

Magaluf: Kein Shirt? 400 Euro Strafe!

Wer sich in der Öffentlichkeit daneben benimmt, muss mit einem Bußgeld von 400 Euro rechnen. Wird dabei auch noch Alkohol getrunken, werden sogar 500 Euro fällig - bislang kostet dies "nur" 200 Euro. Trinken in der Öffentlichkeit ist strikt verboten, selbst wer nur mit einem alkoholischen Getränk in der Hand erwischt wird, zahlt 200 Euro. Außerdem müssen Urlauber sich künftig vollständig bekleiden. Nackter Oberkörper? Oder gleich halbnackt? Das kostet nun 400 Euro. 

Wildpinkeln wird ebenfalls teurer: Kostet es bisher 100 Euro, sich ungeniert zu erleichtern, müssen jetzt 400 Euro geblecht werden. Auch Müll auf die Straße zu werfen kostet: Ob Eisstiel oder Zigarettenkippe - wer erwischt wird, zahlt 200 Euro. Auch Polizisten sollte man dringend mit Respekt begegnen. Ansonsten werden 400 statt 200 Euro fällig. Dazu kommen noch weitere Verbote. Fast alle bisherigen Strafen wurden mindestens verdoppelt, in einigen Fällen - wie beim Wildpinkeln oder der Missachtung von Alkoholbestimmung bei Veranstaltungen - hat sich das Bußgeld sogar vervier- und verfünffacht. 

Mallorca: Sauftourismus als Problem

Allerdings: Neu ist die Idee mit den Strafzahlungen nicht. Schon 2015 setzte die Gemeinde den ersten Strafkatalog auf. "Wir sind es leid, dass wegen des schlimmen Verhaltens einer relativ kleinen Gruppe von Touristen unser aller Ruf ruiniert wird", sagte der Präsident des Hotelierverbandes von Palmanova und Magaluf, Sebastián Darder, im Jahr 2015. Doch viel geändert sich sich bisher nicht. Auch, weil anfangs keine Geldstrafen verhängt wurden. Doch auch die Einführung von Strafen hat wenig an der Situation für das Dorf geändert. "Wie will man so etwas wirklich durchsetzen? Da müsste schon die Armee hierherkommen", sagten zwei Party-Touristen zur "Rheinischen Post". 

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