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Pekings grüne Umgebung: Das Haus auf dem duftenden Hügel

Haben Sie genug vom hektischen Peking? Dann ziehen Sie sich zurück auf den Xiang Shan, das grüne Refugium nahe der Hauptstadt. Stararchitekt I. M. Pei hat dort ein besonderes Hotel entworfen.

Von Stefan Schomann

Endlich allein! Rast im kühlen Bergwald

Endlich allein! Rast im kühlen Bergwald

Die einen packt er schon am dritten, die anderen am fünften Tag, und früher oder später kriegt ihn jeder: den Peking-Koller. Ein trotziges Aufbäumen der Seele gegen die krasse Wirklichkeit der Stadt. Bloß raus hier! Irgendwohin, wo es still und grün und heilsam ist.

Es gibt ein solches Anti-Peking, und wundersamerweise liegt es sogar innerhalb des Stadtgebiets, wenn auch im äußersten Nordwesten. Schon sein Name wirkt wie ein Köder: Xiang Shan - der duftende Hügel. Ein amphitheaterartig gewölbter Berg, der fast 600 steile Meter aus der Ebene emporragt. Bis zum ersten Kamm hinauf handelt es sich um einen klassischen Park, der dann in die Naturlandschaft der Westberge (Xi Shan) übergeht. Wandert man weiter nach Nordwesten, stößt man nach etwa 50 Kilometern auf die Chinesische Mauer. Danach kommt ein schmaler Steppengürtel und dann auch schon die Wüste Gobi.

Grüner Wald und magische Steine

Der Xiang Shan aber ist dank der Berge noch üppig grün. Man kann ihn tagelang durchstreifen und immer wieder neue Kleinode entdecken: den Ausblick auf einen fernen roten Pavillon, die Pfauenvoliere, der Glockenturm mit den lasierten Ziegeln, die Muster der Kieswege, der alte tibetische Tempel. Der Xiang Shan verzeichnet weniger Besucher als seine beiden berühmten Nachbarn, die meist vereinfacht als Alter und Neuer Sommerpalast firmieren. Doch selbst in seinen entlegensten Winkeln ist es selten wirklich einsam. Auf einer Felskanzel singt eine Schneiderin mongolische Weisen, in einem abgeschiedenen Tal pflückt eine Damengesellschaft wilde Datteln.

Neben bemalten Pavillons, gewundenen Korridoren und phantastisch geformten Brücken, die sich in ihrem Spiegelbild vollenden, zählen magische Steine zu den wichtigsten Requisiten der chinesischen Gartenkunst. Und so ist denn auch der Xiang Shan mit Felsen aus allen Provinzen des Reiches bestückt. Bizarre Gebilde wie vom Bleigießen, freilich tonnenschwer, rundlich und porös wie Schwämme. Oft stehen sie auf einem Sockel, werden eher als Skulpturen denn als Felsen angesehen. Ihr Diebstahl galt als Kunstraub.

Architektonisches Meisterwerk am Stadtrand

Einen Solitär besonderer Art stellt das Xiang Shan Hotel dar, das wie eine riesige weiße Krabbe am Rande des Parks auf der Lauer liegt. Architekt I. M. Pei, der dem Louvre die gläserne Pyramide bescherte und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin einen virtuosen Anbau, lieferte mit diesem Komplex Anfang der achtziger Jahre sein erstes Meisterstück in China. Ein avantgardistischer Wurf, der gleichwohl der Tradition huldigt und vom Grundriss bis zum kleinsten Fenster eine steingewordene Liebeserklärung an die Geometrie darstellt, an die Kraft und Schönheit universeller Grundformen wie Kreis, Dreieck und Viereck.

Vom weiträumigen Lichthof im Zentrum aus führen die vier Seitenflügel in lauschige kleine Gärten hinein. Sie bilden einen Park im Park, einen Mikrokosmos chinesischer Gartenkunst. Etwa 20 Arrangements reihen sich kaleidoskopartig aneinander. Sie tragen Titel wie "Teich der fließenden Farben", "Tönende Quelle", "Fliegender Felsen" oder "Steinerner Wald".

Dass Natur und Architektur zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen, ist das Ideal des chinesischen Gartens

Dass Natur und Architektur zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen, ist das Ideal des chinesischen Gartens

In Maos letztem Hauptquartier

Schon vor 800 Jahren pflegten buddhistische Mönche hier ihre Rituale, später weilten Chinas Kaiser zur Jagd. Selbst der große Vorsitzende Mao konnte sich dem Zauber des duftenden Hügels nicht entziehen: Von einer nahegelegenen Villa aus verhandelte er Anfang 1949 die Übergabe der Stadt und dirigierte die letzten, entscheidenden Feldzüge in Zentralchina aus der Ferne. Vergilbte Generalstabskarten und abgewetzte schwarze Ledersofas vermitteln dort bis heute etwas vom asketisch-autoritären Stil der vierziger Jahre.

Das Hotel selbst verkörpert den Geist der Achtziger, die Aufbruchstimmung und Neubesinnung nach dem Debakel der Kulturrevolution. I. M. Pei, der sich damals längst in Amerika einen Namen gemacht hatte, benannte zwei ästhetische Systeme als seine wichtigsten Inspirationsquellen. Zum einen die Bauhaus-Schule - er hatte von Gropius und Breuer noch selbst die höheren Weihen empfangen. Zum anderen die chinesische Gartenkunst, die er vor allem in Suzhou im Delta des Jangtsekiang lieben gelernt hatte. Beide Formsprachen vereint das Hotel in einer erstaunlichen Synthese, die wohl nur ein Chinese zustande bringen konnte.

Obwohl seither in Peking Dutzende pompöser Luxushotels in den Himmel schossen, ist das Xiang Shan eines der wenigen Häuser mit eigenständiger Handschrift geblieben. Und ein ideales Refugium für gestresste Besucher. Statt dem Lärm der Metropole lauschen sie hier den Lockrufen unbekannter Vögel. Die meisten Pflanzen wirken dagegen vertraut. Kein Wunder, stammt doch manche Zier europäischer Gärten aus China: Chrysanthemen und Hibiskus, Azaleen, Pfirsichbäume, Anemonen. Und natürlich die Trauerweide, der "Geisterbaum". Ansonsten dominieren mächtige Pinien, die wie auf alten Rollbildern ihre knorrigen Äste in die Weite strecken. Streifenhörnchen huschen über die jadefarbenen Steinplatten am Fuß des Jahreszeiten-Tempels. Aus einem Kiosk perlen die kristallinen Kaskaden einer Gu Zheng, einer gewölbten Zither. Wer durch diesen Zaubergarten wandelt, vergisst Raum und Zeit.

Themen in diesem Artikel
Dachüberstand beim Gerätehaus und Mindestabstand Grenze zum Nachbarn
Ich wohne in Baden-Württemberg und plane auf meinem Grundstück einen alten Schuppen durch ein neues Gerätehaus (kein Aufenthaltsraum, keine Feuerstätte im Gebäude!) mit den Grundmaßen 3,50 m x 2,50 m und Firsthöhe von 2,21 m zu ersetzen. Da die neue Anlage etwa 60 cm in einer Geländestufe aufgestellt wird, ist die Wand gegenüber dem Nachbarn tatsächlich nur ca. 1,6 m gegenüber der OK des Gartens hoch. Es soll eine verfahrensfreie Umsetzung in einer Grenzbebauung durchgeführt werden. Auf dem Nachbargrundstück ist eine ca. 3m hohe Thuja Hecke, die geringfügig über die Grenze herüber ragt. Nun hat das geplante Gerätehaus einen umlaufenden Dachüberstand von ca. 20 cm, sodaß die Außenmasse des Fundaments etwa 20 cm von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Damit ist sichergestellt, dass der Dachüberstand nicht mit dem Nachbargruzdstück überlappt. Wie sieht es nun entsprechend der LBO Baden-Würtenberg mit der Regelung zum Mindestabstand gegenüber der Grenze des Nachbarn aus? Ich sehe 3 Möglichkeiten: a) es gilt als Grenzbebauung. Die überhängende Thuja-Hecke stört mich nicht. b) es müssen 50 cm Mindestabstand eingehalten werden. c) der Überstand am Gerätehaus an der Grenze zum Nachbarn muss entfernt werden, damit der Aufbau als Grenzbebauung anerkannt wird. PS: Zusammen mit der Länge der Garage des Nachbarn wird eine Grenzbebauung von 9m nicht überschritten. Mit der Bitte um eine Rückmeldung, sodaß ich meinen Plan vernünftig abschließen kann. mfg
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?