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Stiftung stern "Haus der Frauen": Wie stern-Leser unbeugsamen Favela-Bewohnerinnen geholfen haben

Gründerin Dona Carmen (M.) mit Mitgliedern und Helfern der Oficina Cultural da Mulher da Comunidade Menino Chorão
Kämpferisch: Gründerin Dona Carmen (M.) mit Mitgliedern und Helfern der Oficina Cultural da Mulher da Comunidade Menino Chorão
© Oficina Cultural da Mulher da Comunidade Menino Chorão / stern
Dank der Spenden der stern-Leserinnen und -Leser konnte eine Frauenvereinigung in der Favela Menino Chorão im brasilianischen Campinas eine Zufluchts- und Begegnungsstätte bauen.

Es ist endlich geschafft: Das "Haus der Frauen" in der Favela Menino Chorão am Rande der Stadt Campinas im brasilianischen Bundesstaat São Paulo ist fertig. Der weiß verputzte Ziegelbau, in dem sich eine Küche befindet, und der Anbau aus Holz sollen eine Zufluchtsstätte für Frauen sein und ein Begegnungszentrum für das ganze Armenviertel, eines der ärmsten des südamerikanischen Landes.

stern-Leserinnen und -Leser haben den Bau des Hauses mit ihren Spenden ermöglicht. 21.000 Euro waren zusammengekommen, nachdem die Reportage "Die Unbeugsamen" über den erfolgreichen Kampf der Frauen gegen häusliche Gewalt zusammen mit einem Hilferuf der Stiftung stern im November vergangenen Jahres erschienen war.

Maria do Carmo Pereira de Sousa leitet die Organisation Oficina Cultural da Mulher da Comunidade Menino Chorão, die Frauenvereinigung in Menino Chorão, und das dazugehörige "Haus der Frauen". Und sie gibt sich nicht zufrieden mit dem, was sie erreicht hat. Die kleine, kräftige Frau mit einem lauten, herzlichen Lachen und trockenem Humor, die von allen nur Dona Carmen genannt wird, ist dabei, die Begegnungsstätte um landwirtschaftliche Flächen zu erweitern. Gerade bauen sie schwarze Bohnen an, zusammen mit Reis und Maniokmehl Hauptnahrungsmittel der Brasilianer. Viele andere Lebensmittel wie Kürbisse, Tomaten und Salat hat die Organisation bereits geerntet und in der Gemeinschaft verteilt.

Außerdem möchte Dona Carmen im "Haus der Frauen" einen Ausbildungsbetrieb für arbeitslose Favela-Bewohnerinnen einrichten. Bereits jetzt finden dort landwirtschaftliche Kurse statt, bei denen auch Kinder unterrichtet werden. Der Lehrer schult die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in "Agrofloresta", das heißt, er bringt ihnen bei, wie sie ökologisch nachhaltig Nahrungsmittel in dem Armenviertel anbauen können.

"Wir sind weit gekommen", sagt Dona Carmen. "In unserer Favela sind Frauen jetzt sicher vor Gewalt." Doch für die Pläne der Oficina Cultural da Mulher da Comunidade Menino Chorão ist sie auf weitere Spenden angewiesen.

mad

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