Training für das Gehirn
Studie zeigt: Wer Vögel beobachtet, bleibt geistig länger fit

Vögel zu beobachten und zu bestimmen soll die Wahrnehmungs- und Auffassungsgabe trainieren.
Vögel zu beobachten und zu bestimmen soll die Wahrnehmungs- und Auffassungsgabe trainieren.
© iStock/Troels Graugaard/Goodboy Picture Company
Vogelkundler aufgepasst: Laut einer US-amerikanischen Studie kann das Beobachten und Bestimmen von Vögeln dazu beitragen, im Alter geistige Fähigkeiten zu bewahren.

Lernen hält den Kopf fit. Wer regelmäßig sein Gehirn fordert, fördert damit die Bildung von neuen Nervenzellen und Synapsen. Dies bestätigt auch dsa Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, deren Ergebnis auf der Plattform "Eurekalert" der American Association for the Advancement of Science (AAAS), veröffentlicht wurde. Demnach kann das Beobachten und Bestimmen von Vögeln dazu beitragen, im Alter fit zu bleiben.

Der Grund: Bei der Vogelkunde handelt es sich um ein anspruchsvolles Hobby. Vögel müssen auseinandergehalten, erinnert und zugeordnet werden. Zudem bedarf es einer gewissen Aufmerksamkeit und einem guten Blick im Alltag.

Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass strukturelle Veränderungen in den Gehirnregionen, die der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung dienen, durch langjährige, anspruchsvolle Beschäftigungen wie Vogelbeobachtung, im Alter bestehen bleiben können. Fähigkeiten, die durch regelmäßige Beschäftigung dem Gehirn antrainiert werden, üben sich demnach im Alter positiv auf die Wahrnehmungsfähigkeit aus.

Bessere Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

Für die Studie verglichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gehirne von 58 Personen im MRT (Magnetresonanztomograf). 29 der Teilnehmenden waren langjährige Vogelbeobachterinnen und -beobachter, die anderen 29 Teilnehmenden nicht. Während sie im MRT lagen, mussten sie verschiedene Aufgaben lösen – wie etwa Vogelarten zu bestimmen. Dabei wurde ihre Gehirnaktivität gemessen.

Der Vergleich zeigt, dass die Gehirnareale für Wahrnehmung und Aufmerksamkeit bei Vogelexperten strukturell dichter waren. Je dichter diese Bereiche waren, desto besser wurden die gestellten Aufgaben gelöst.

Hinzu kam, dass bei älteren Teilnehmenden diese Verdichtungen im Gehirn weiterhin Bestand hatten. Außerdem konnten sie sich bessern an Gesichter erinnern, wenn diese mit Bildern von Vögeln kombiniert wurden. Das deutet darauf hin, dass sich Informationen besser erinnern lassen, wenn sie mit speziellem Wissen gekoppelt sind.

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