Die Münchner Benedikt Böhm und Sebastian Haag waren Freunde von Jugend auf. Sie wurden Extrembergsteiger, genauer: Speedbergsteiger, die in Rekordgeschwindigkeit Achttausender im Himalaya ganz ohne Sauerstoff hinaufkletterten, um vom Gipfel auf Skiern abzufahren. Im September 2014 wollten die Männer mit ihrer Doppelbesteigung der beiden Achttausender Shisha Pagma und Cho Oyu im Himalaya innerhalb von sieben Tagen einen Weltrekord aufstellen. Doch kurz unter dem Gipfel der Shisha Pangma wurden die Freunde von einer Lawine erfasst – Sebastian Haag kam dabei ums Leben.
Im "Tödlicher Himalaya" überschriebenen Film von Peyman Ghalambor kehrt Böhm 2025 an den Ort der allerersten gemeinsamen Expedition der Freunde zurück, an den 7546 Meter hohen Muztagh Ata im Westen Chinas, um über den Sinn des rekordsüchtigen Bergsteigens nachzudenken. Die Rückkehr an diesen Ort will "Erinnerungen an die Anfänge zweier junger Alpinisten wecken, die mehr verband als sportlicher Ehrgeiz: eine tiefe Freundschaft, gegenseitiges Vertrauen und der gemeinsame Drang, Grenzen zu überwinden".
Doch lohnt sich die Auseinandersetzung mit der tödlichen Gefahr, lohnt es sich, für Weltrekorde das Leben zu riskieren? Lange verwand Böhm den Verlust seines Freundes nicht: "Es fühlte sich wie ein Alptraum an, aus dem ich noch nicht aufgewacht bin", sagte er später. Im Film erinnert er sich nun in atemberaubenden Bildern an die frühen Erfolge der beiden, daran wie sie gefeiert wurden ob ihrer Rekorde und wie dann doch die Katastrophe mit ihren großen Infragestellungen kam.
Tödlicher Himalaya – Benedikt Böhms verlorene Freundschaft – Mo. 23.03. – ARD: 23.35 Uhr