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Aktienmärkte: Postbank soll im Herbst an die Börse gehen

Die Post plant ihre hochprofitable Tochter Deutsche Postbank voraussichtlich im Herbst 2004 an die Börse bringen, will aber die Aktienmehrheit behalten.

Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel erklärte in Bonn, dass der Herbst der wahrscheinlichste Termin sei. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hätten grünes Licht für einen Börsengang der Postbank innerhalb der nächsten 18 Monate gegeben. Zumwinkel sagte: "Ziel des Börsengangs ist, für unsere Aktionäre bei der Deutschen Post World Net den Unternehmenswert zu steigern." Doch werde die Post auch nach einem Börsengang die Mehrheit an ihrer höchst profitablen Banktochter behalten. Verkauft würden höchsten 50 Prozent minus eine Aktie.

Führende deutsche Privatkundenbank

Die Postbank sei mit zehn Millionen Kunden und einem Ergebnis von knapp 400 Millionen Euro vor Steuern die führende deutsche Privatkundenbank, betonte Zumwinkel. Ihr Wert werde bisher aber nicht ausreichend erkannt. Das könne der eigenständige Börsenauftritt ändern. Zumwinkel deutete den Wert der Postbank mit über fünf Milliarden Euro an. Der eingeplante Erlös des Börsenganges von um die 2,5 Milliarden Euro solle zur Hälfte zur Schuldentilgung bei der Post AG verwendet werden, da eine bessere Kreditwürdigkeit bei den Ratingagenturen wichtig für das Geschäft sei.

Bund dürfte Anteile bis 2007 auf Null senken

Die andere Hälfte wolle er für Investitionen besonders in Europa einsetzen, sagte Zumwinkel. Eine Sonderausschüttung zu Gunsten vor allem des Haupteigentümers Bundesrepublik Deutschland schloss er aus. Der Bund werde profitieren, indem seine Aktien an der Post AG von derzeit noch rund 70 Prozent des Kapitals im Wert steigen würden. Er gehe davon aus, dass der Bund seine Anteile bis zum Fall des letzten Briefmonopols im Jahr 2007 auf Null senken werde.

Privatkundengeschäft bleibt Kernstrategie

Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann bezeichnete den Börsengang als eine "konsequente Weiterentwicklung des Unternehmens". Kern der Postbankstrategie sei das Geschäft mit privaten Kunden. "Diese Positionierung macht die Postbank zu einem Solitär unter den deutschen Banken." Die Erfolge zeigten sich auch in der Bilanz. Für das laufende Jahr sagte Schimmelmann eine prozentual zweistellige Steigerung des Vorsteuerergebnisses voraus. Presseberichte über einen Börsengang sogar schon im ersten Halbjahr 2004 wies Zumwinkel zurück. Es seien noch zu viele technische Vorarbeiten erforderlich.