Börse Rekordverlust für Telekom


Mit einem Rekordverlust von 25 Milliarden Euro verzeichnet die Telekom den höchsten Verlust, den jemals ein Unternehmen verbuchte.

Die Deutsche Telekom hat 2002 angesichts immenser Abschreibungen einen Rekordverlust von fast 25 Milliarden Euro verzeichnet. Dies ist der höchste Verlust, den jemals ein deutsches Unternehmen verbuchte. Allerdings erzielte der Bonner Konzern im vierten Quartal einen von Analysten in der Höhe nicht erwarteten Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis.

Finanzschulden reduziert

Nach dem bereits für den Neunmonats-Zeitraum ausgewiesenen Konzernfehlbetrag von 24,5 Milliarden Euro habe der Verlust im vierten Quartal nur noch 0,1 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum minus 2,5 Milliarden Euro) betragen, teilte die Telekom am Montag mit. Der Konzernumsatz sei im Zeitraum Oktober bis Dezember auf 14,5 (Vorjahr: 13,3) Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis Ebitda erhöhte sich den Angaben zufolge im Schlussquartal auf 4,4 Milliarden Euro von 3,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten im Durchschnitt nur mit einem Quartalsumsatz von 13,965 Milliarden Euro und mit einem Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) in Höhe von 4,236 Milliarden Euro gerechnet. Für das Gesamtjahr 2002 hatten die Analysten im Schnitt einen Konzernfehlbetrag von 25,3 Milliarden Euro erwartet.

Der Konzernverlust resultierte vor allem aus Wertberichtigungen auf Mobilfunklizenzen und Unternehmenswerten in Höhe von 19,3 Milliarden Euro. Unterdessen reduzierte die Telekom ihre Finanzschulden eigenen Angaben zufolge im vierten Quartal weiter auf 61,1 Milliarden Euro, da sie wie bereits bekannt gegeben Aktien der Internet-Tochter T-Online und weitere Beteiligungen veräußerte. Ende September 2002 hatten die Nettoschulden des größten europäischen Telekom-Konzerns noch 64,3 Milliarden Euro betragen. Bis Ende dieses Jahres sollen die Schulden auf 50 bis 53 Milliarden Euro sinken. Das Erreichen dieser Marke dürfte der Telekom eine konstante Bonitätsbewertung durch Ratingagenturen knapp über dem so genannten Ramsch-Status für Anleihen sichern.

Bei Umsatz und operativem Ergebnis erfüllte die Telekom ihre zuletzt reduzierten Geschäftserwartungen. Die Konzernerlöse stiegen 2002 um elf Prozent auf 53,7 Milliarden Euro, das Management hatte zuletzt ein „deutliches Umsatzwachstum„ zum Vorjahreswert von 48,3 Milliarden Euro prognostiziert. Das operative Ergebnis Ebitda belief sich auf 16,3 Milliarden Euro und lag damit ebenso wie angekündigt über dem Vorjahreswert von 15,1 Milliarden Euro. Zu den Geschäftsaussichten für 2003 äußerte sich die Telekom am Montag zunächst nicht.


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