HOME

Das ist neu: Und ganz ohne Unterschrift

Die Steuererklärung per Internet verschicken und dann trotzdem noch Papiere mit Unterschrift nachreichen? So unnötig schwer machte der Staat es dem Bürger bisher. Seit 2006 wird das anders.

Unternehmen und Privatpersonen können ihre Steuererklärung bundesweit komplett papierlos und ohne eigenhändige Unterschrift via Internet beim Finanzamt abgeben. Möglich wird dies durch das Onlineportal der bereits weit verbreiteten Steuererklärungssoftware Elster.

Das ElsterOnline-Portal kann nicht nur kostenlos genutzt werden, sondern die Software muss nicht einmal auf dem eigenen Rechner installiert werden - alles läuft über Browser und Internet. Die Registrierung bei der Finanzverwaltung erfolgt online, der registrierte Nutzer erhält ein digitales Zertifikat. Die Browser-Lösung ermöglicht dann unabhängig von Steuersoftware und dem Betriebssystem des PC online die Umsatzsteuer-Voranmeldung, die Lohnsteuer-Anmeldung, die Umsatzsteuererklärung und die Steuerkontoabfrage.

Sicherheit für die sensiblen Daten

Für die zweifelsfreie Authentifizierung gibt es drei Sicherheitsstufen. Bei "Elster-Basis" wird das Zertifikat als Datei auf dem Rechner gespeichert. Ist der Rechner gegen elektronische Viren, Würmer und andere Computerschädlinge geschützt, ist auch das Zertifikat sicher, aber nur dann.

Als höhere Sicherheitsstufe gibt es das Zertifikat als Chip in einem USB-Stick, der etwa 39 Euro kosten soll. Höchste Sicherheit bietet die Chipkarte mit der digitalen Signatur.

Weitere Digitalisierung ist das Ziel

Barbara Hendricks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, nennt das ElsterOnline-Portal Voraussetzung für die weitere Digitalisierung des Verkehrs zwischen Steuerbürgern und Finanzverwaltungen. So werde einer der nächsten Schritte erlauben, Bescheinigungen, soweit sie überhaupt noch vorgelegt werden müssen, einzuscannen und elektronisch mit der Steuererklärung abzuschicken.

Auch die Lohnsteuerkarten, von denen die Gemeinden jedes Jahr 35 Millionen drucken müssen, könnten bald elektronisch ausgegeben werden. Gleiches gelte für den Steuerbescheid, der heute noch nur auf Papier rechtsgültig sei. Die 1999 eingeführte elektronische Steuererklärung Elster hatte nach Angaben der Staatssekretärin einen überwältigenden Erfolg.

Seitdem sind nach einer Aufstellung des Finanzministeriums mehr als 6,7 Millionen Einkommensteuererklärungen, fast 33 Millionen Umsatzsteuer-Voranmeldungen und knapp 30 Millionen Lohnsteuer-Anmeldungen elektronisch abgegeben worden, wobei aber immer als letzter Schritt eine eigenhändige Unterschrift auf einem Ausdruck auf Papier erforderlich war.

mit Material von AP