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Deutsche Börse: Feste Regeln für die DAX-Aufnahme

Hier kommt nicht jeder rein: Ab September gelten neue Regeln für die Aufnahme neuer Unternehmen in den wichtigsten Börsenindex DAX. Dann entscheidet allein der Börsenumsatz und der Wert der frei handelbaren Aktien.

Die Deutsche Börse hat sich feste Regeln für die Aufnahme neuer Unternehmen in den wichtigsten Börsenindex DAX verordnet. Von September an werde allein der Börsenumsatz und der Wert der frei handelbaren Aktien über den Aufstieg in die erste Börsenliga entscheiden, teilte die Deutsche Börse am Montag in Frankfurt mit. Bisher hatte sich die Börse einen Ermessensspielraum für die Zusammensetzung des DAX eingeräumt.

Keine 'weichen' Kriterien mehr

Die Auswahl anhand so genannter weicher Kriterien war in der Vergangenheit zum Teil kritisiert worden. Dazu zählten etwa Prognosen über künftige Fusionen und Aufkäufe. Wären die Regeln bereits vor zwei Jahren geändert worden, würde es allerdings heute nur eine Änderung gegeben: Der Finanzdienstleister MLP wäre bereits früher aus dem DAX abgestiegen und dafür durch Beiersdorf ersetzt worden, sagte Deutsche-Börse-Direktor Christoph Lammersdorf. Tatsächlich war MLP im September 2003 durch den Autozulieferer Conti ersetzt worden.

Auch wenn die festen Regeln jetzt zu einer praktisch automatischen Änderung der DAX-Zusammensetzung führen, lässt sich die Börse eine Hintertür noch offen. Sollte zum Beispiel ein Unternehmen überraschend nach der Berechnung der Marktkapitalisierung Pleite gehen und der Wert der Firma dadurch drastisch einbrechen, könnte der Börsen-Vorstand immer noch eine Herausnahme aus dem Index verfügen.

Veröffentlichung der Ranglisten künftig entscheidend

In dem Regelwerk ist nun genau festgelegt, auf welchem Platz der Rangliste für Marktkapitalisierung und Börsenumsatz sich Unternehmen befinden müssen, um auf- oder abzusteigen. In der Regel wird ein Mal im Jahr die DAX-Zusammensetzung überprüft, bei außergewöhnlichen Änderungen in der Rangliste sind auch vierteljährliche Änderungen möglich. Durch den Wegfall des Ermessensspielraums sind Veränderungen künftig in der Regel direkt nach Veröffentlichung der Ranglisten zu erkennen. Die Änderungen betreffen nicht die weiteren Indexes MDAX oder TecDAX, weil dort die Börsenumsätze mitunter stark variieren. Dort wird weiterhin ein Arbeitskreis der Börse Veränderungen empfehlen, die dann vom Vorstand entschieden werden müssen.

DPA
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