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Deutsches Aktieninstitut: Aktionäre sollten ihr Stimmrecht nutzen

Immer weniger Aktionäre machen in den Hauptversammlungen der Unternehmen von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Bei nur noch 30 Prozent Anwesenheitsquote haben Großaktionäre leichtes Spiel.

Immer weniger Aktionäre machen auf den Hauptversammlungen der jeweiligen Unternehmen von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt am Main berichtet, dass die großen Publikumsgesellschaften in den 70-er Jahren noch Anwesenheitspräsenzen von oft über 70 Prozent verzeichneten. Jetzt seien es oft nur noch 30 bis 40 Prozent. Das DAI weist darauf hin, "dass diese niedrigen Hauptversammlungs-Präsenzen erhebliche Gefahren in sich bergen".

Bei einer Präsenz von nur 30 Prozent in einer Hauptversammlung einer großen Publikumsgesellschaft könne ein Großanleger mit relativ geringem Stimmenanteil Beschlüsse erzwingen, die keinesfalls im Interesse der Privatanleger lägen. "Insofern ist die Weitergabe von Stimmrechten an einen Dritten, eventuell sogar mit bestimmten Weisungen, ein Selbstschutz für den Privatanleger", meinen die Aktienexperten.

Einen Eindruck vom Management erhalten

So böten etwa die großen Aktionärsvereinigungen, die 600 bis 1.000 Hauptversammlungen in der Saison besuchten, ihre kostenlosen Dienste an. "Das beste bleibt allerdings der eigene Besuch der Hauptversammlung." Denn: Der Privatanleger erhalte in der Hauptversammlung einen Eindruck vom Management seiner Gesellschaft. Und das sei schließlich "ein ausgesprochen wichtiger Entscheidungsfaktor für die Beantwortung der Frage, ob er noch bei der richtigen Gesellschaft engagiert ist".

Für die Terminplanung und viele Informationen rund um die Hauptversammlung (Tagesordnung, Gegenanträge etc.) helfe zudem die Internetseite www.hv-info.de dem Privatanleger weiter.

AP / AP