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Energie: RWE befürchtet 2003 deutlichen Rückgang

Der Essener Energiekonzern RWE erwartet für 2003 einen deutlichen Rückgang beim Nettoergebnis. Grund sind hohe Abschreibungen und Akquisitionskosten.

Grund sind vor allem planmäßige Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro sowie die Finanzierungskosten aller Akquisitionen, einschließlich American Waterworks, wie das Unternehmen in einer Pflichtveröffentlichung mitteilte. Beim betrieblichen Ergebnis und Ebitda werden 2003 deutlich zweistellige Wachstumsraten erwartet, hieß es ohne Angabe von konkreten Zahlen. Die Aktie startete mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent in den Frankfurter Aktienhandel.

Spiegel veröffentliche Planung vorab

Mit den vorgelegten Daten und dem Ausblick reagierte RWE unter anderem auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Nach unverantwortlicher Weitergabe von vertraulichen Planungzahlen wurde in Medienberichten die geschäftliche Situation von RWE in negativer und insgesamt unzutreffender Weise dargestellt", teilte RWE dazu mit. Der Vorstand sehe sich daher veranlasst, sich nun und nicht wie vorgesehen im kommenden März zur erwarteten Geschäftsentwicklung zu äußern.

Auch Focus kannte Zahlen

"Der Spiegel" hatte vorab unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Unterlagen für die am Montag stattfindende Aufsichtsratssitzung des Konzerns berichtet, das Nettoergebnis werde 2003 nach vorläufigen Berechnungen um bis 40 Prozent einbrechen. Damit werde das Ergebnis rund 500 Millionen Euro unter dem bereits mageren Vorjahresergebnis liegen. Der "Focus" hatte ebenfalls vorab von einem deutlichen Einbruch beim Nettoergebnis berichtet. Die genannten Ergebniszahlen wollte ein RWE-Konzernsprecher auf Anfrage nicht kommentieren.

RWE teilte am Montag mit, die Nettoschulden würden sich einschließlich der Akquisition von American Waterworks auf 26 Milliarden Euro erhöhen, sich bis Ende 2003 aber wieder um zwei Milliarden Euro reduzieren.
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