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Euro-Einführung: Was dadurch teurer wurde

Was durch die Euro-Einführung teurer wurde

Hamburg - Die Deutschen können sich heute in vielen Fällen weniger leisten, als noch vor drei Jahren. Seit Einführung des Euro ist der seit Jahrzehnten gültige Trend, dass die meisten Produkte immer billiger werden, gebrochen. Das ergab eine Stichproben-Untersuchung des stern bei mehr als 30 Produkten und Dienstleistungen, deren Preisentwicklung von 1960 bis heute verglichen worden ist. Ermittelt wurde, wie lange ein durchschnittlich verdienender Arbeiter im produzierenden Gewerbe jeweils für etwas arbeiten musste. So arbeitete ein solcher Durchschnittsverdiener 1960 für ein Paar Herrenschuhe im Schnitt noch 11 Stunden und 5 Minuten. Im Jahr 2000 waren es lediglich 4 Stunden und 53 Minuten, drei Jahre später aber schon wieder deutlich über 5 Stunden. Für einen Teller Spaghetti Bolognese im Restaurant musste ein Arbeiter 1960 noch 56 Minuten arbeiten, 2000 waren es lediglich 20 Minuten, 2003 aber schon wieder 23 Minuten. Auch der Kauf eines VW wurde im Kaufkraft-Vergleich zunächst billiger: Ein Käfer kostete 1960 noch 1417 Stunden Arbeitszeit, der Nachfolger VW-Golf trotz besserer Ausstattung im Jahr 2000 nur 939 Stunden. Heute muss der Industriearbeiter für den Standard-Golf immerhin wieder 976 Stunden arbeiten, rund vier Prozent mehr, als noch drei Jahre zuvor. Weitere Beispiele sind Friseurbesuche, Zigaretten, Herrenhemden oder ein Glas Bier in der Kneipe. Bei vielen anderen Produkten wurde der langfristige Preisverfall gestoppt oder zumindest drastisch gebremst. In der aktuellen Titelgeschichte haben sich Reporter des stern zwei Jahre nach der Euroeinführung auf die Suche nach "der Wahrheit über die Preise" gemacht. Sie berichten von gefühlter und wahrer Inflation und erklären, wieso in den Augen der Konsumenten alles ständig teurer wird, das Statistische Bundesamt aber so gut wie keine Inflation messen kann.

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