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Finanzen: Geldwechsler im WM-Rausch

Der Ansturm ausländischer Fans zu WM-Spielen in Frankfurt am Main zahlt sich für die Geldwechsler sozusagen in barer Münze aus: Vom Ölscheich bis zum US-Touristen - sie alle brauchen Euro.

Ölscheichs, die US-Dollar für Trinkgeld wechseln lassen oder englische Fans, die Pfund in Euro tauschen müssen, haben dafür gesorgt, dass der Umsatz der Travelex-Wechselstube in der Frankfurter Innenstadt im Vergleich zum Zeitraum 1. bis 18. Juni 2005 um 225 Prozent gestiegen ist. Wie das Unternehmen mitteilte, hat sich nicht nur die Anzahl der Transaktionen verdoppelt, sondern der durchschnittliche Wert einer Transaktion stieg auch noch um 14 Prozent.

Keine Chance mit Pfund

"Unsere besten Kunden waren die Engländer", sagte der Geschäftsführer von Travelex Deutschland, Markus Leipert. Am ersten Spielwochenende der WM waren zum Spiel England gegen Paraguay 65.000 Engländer in der Stadt am Main - die englischen Fans sind nicht nur besonders zahlreich zur WM eingefallen, sondern können im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Fans auch nicht in ihrer Landeswährung zahlen, da sie nicht beim Euro dabei sind.

Zu den Lieblingskunden bei Travelex in Frankfurt gehört der Chauffeur einer Scheich-Familie, die mehrere Zimmer in einem Nobelhotel gemietet hat: Der Chauffeur blättert regelmäßig tausend US-Dollar auf die Wechseltheke, die für Trinkgelder getauscht werden sollen, wie das Wechselbüro berichtete. Andere Gäste geben Trinkgelder in ihrer Landeswährung, so dass beispielsweise glückliche Kofferträger pro Woche bis zu 600 US-Dollar an zugestecktem Geld umtauschen.

Zusätzliches Hoch vor der Urlaubszeit

Aber auch viele der Euro-Scheine und -Münzen, die an den zahlreichen WM-Souvenir-Ständen oder in den Kneipen von Fußball-Fans hingeblättert werden, mussten vorher in Wechselstuben eingetauscht werden. Die Geldwechsler erleben somit durch die WM ein zusätzliches Hoch vor der Urlaubszeit, die sonst die Kassen klingeln lässt.

AP / AP
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