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Finanztest prüft Prepaid-Kreditkarten: Shoppen mit Schuldenbremse

Weltweit zahlen ohne Reue? Prepaid-Kreditkarten sollen vor Schuldenfallen schützen. Wie gut das funktioniert und welche Konditionen gelten, hat Finanztest bei 24 Angeboten geprüft.

Von Dominik Brück

Am Ende des Monats wartet auf Kreditkartenbesitzer oft eine böse Überraschung. Die monatliche Abrechnung kann ein tiefes Loch in das Budget reißen. Das Problem: Bei klassischen Kreditkarten werden die fälligen Beträge direkt vom Girokonto abgebucht. Wer beim Bezahlen mit der Plastikkarte die Übersicht über seine Ausgaben verliert, häuft ungeahnt Schulden an. Prepaid-Kreditkarten sollen das verhindern. Ausgeben können Kunden nur, was sie zuvor auf die Karte geladen haben. Ist das Guthaben verbraucht, ist Schluss mit dem Bezahlen. Für wen sich das lohnt und wie sich verschiedene Preise und Leistungen unterscheiden, hat Finanztest bei 24 Angeboten getestet.

Fast wie klassische Kreditkarten

Im Ergebnis können Prepaid-Kreditkarten alles, was auch klassische Kreditkarten leisten. Sowohl im Inland, als auch im Ausland können Kunden an der Kasse bezahlen und am Automaten Geld abheben. Auch das Einkaufen im Internet klappt ohne Probleme. Der große Unterschied zu normalen Kreditkarten ist die Kontrolle über das Guthaben. Kunden können ihre Karte kostenlos per Überweisung aufladen. Bei einigen Anbietern ist auch das Aufladen mittels Giropay oder Sofortüberweisung möglich. Auch von anderen Kreditkarten können Nutzer je nach Angebot Guthaben überweisen. Hier werden jedoch rund zwei Prozent Gebühren fällig.

Prepaid-Kreditkarten sind genauso sicher, wie gewöhnliche Karten. Bei Zahlungen im Internet müssen Kunden zum Beispiel eine Prüfziffer angeben. 19 der getesteten Karten bieten zudem Schutz durch die Abfrage eines zusätzlichen Passworts. Bei Verlust oder Diebstahl der Karte wird der Schaden zwar durch das begrenzte Guthaben geringer gehalten, dennoch sollte die Karte unter der Notfallnummer 116 116 gesperrt werden. Das ist auch aus dem Ausland mit der deutschen Vorwahl +49 möglich.

Unterschiedliche Kosten

Die getesteten Prepaid-Kreditkarten sind nicht teurer als die klassische Variante. Auch die Nutzungsgebühren unterscheiden sich kaum. Für das Geldabheben am Automaten berechnen die Banken in der Regel einen Betrag zwischen 5 Euro und 7,50 Euro oder eine Gebühr in Höhe von zwei Prozent des abgehobenen Betrages. Einige Kartenanbieter verlangen zudem eine jährliche Gebühr zwischen zehn Euro und 89 Euro. Angebote für Jugendliche sind in der Regel günstiger. Höchstens 22 Euro kostet eine solche Karte im Test. Einige sind sogar kostenlos. Neun der 24 getesteten Angebote setzen jedoch ein Mindestalter von 18 Jahren voraus.

Besonders für Kinder und Jugendliche geeignet

Besonders für Jugendliche ist eine Prepaid-Kreditkarte aus Sicht der Tester attraktiv. Das begrenzte Guthaben ermöglicht es, die Ausgaben gut kontrollieren zu können. Karten werden bereits für Kinder ab sieben Jahren angeboten. Mit diesen kann man jedoch nur direkt bezahlen und kein Geld am Automaten abheben. Eine spezielle Kodierung auf der Karte soll verhindern, dass zum Beispiel Glücksspiele oder DVDs für Erwachsene gekauft werden können. Auch für Geringverdiener und Personen mit unstetigem Einkommen können Prepaid-Kreditkarten laut Finanztest eine Alternative sein. Ein regelmäßiger Geldeingang ist für den Erhalt der Karte nicht erforderlich. Die sonst übliche Anfrage bei der Schufa entfällt ebenfalls.

Den vollständigen Test mit allen Angeboten können Sie hier kostenpflichtig nachlesen.