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Keswick Island Ärger im Paradies: Firma kauft Insel am Great Barrier Reef nur für reiche chinesische Touristen

Whitsunday Islands National Park
Whitsunday Islands National Park
© Michael Weber / Picture Alliance
2019 hat die Firma China Bloom für 99 Jahre einen Teil der australischen Insel Keswick Island gekauft. Nun dürfen die Bewohner nicht mehr an den Strand, in den Park und manchen wird ihr Haus gekündigt. 

Das Leben auf Keswick Island war einmal traumhaft schön: Die Insel am Great Barrier Reef ist ein Tropenparadies mit fantastischer Aussicht auf kristallklares Wasser und einsame Strände. Doch die Optik sowie das Gefühl von Freiheit und Idylle haben sich geändert.

Wie die Einheimischen diversen Medien berichteten, lebt es sich dort nicht mehr wie im Paradies, seitdem die vermögende Entwicklungsfirma China Bloom im Mai 2019 einen Großteil der Insel erworben hat. Küstenstreifen wurden während der Brutzeit der Schildkröten ausgeschachtet, Teile des Nationalparks gesperrt und an diversen Orten stehen nun Schilder mit den Worten "Betreten verboten!" Die Bewohner sind besorgt, welches ökologische Vorgehen der Käufer noch an den Tag legt. China Bloom hat einen australischen Agenten für das Projekt engagiert, doch konkrete Pläne für das weitere Vorgehen sind der Öffentlichkeit noch nicht bekannt.

Anleger und Strände gesperrt

Wie die britische "Daily Mail" berichtet, untersagte die Firma an einem öffentlichen Anleger das Anlanden von Booten, verbot den Zugang zu Rollfeld und Landebahn und hat den Anwohnern verboten, den Strand zu betreten. Was früher mit einem Kurzflug ein idyllisches Ausflugsziel für die Bewohner von Queensland war, der Flughafen auf dem Festland in Mackay liegt nur rund 40 Kilometer entfernt, ist durch die Sperrung des Landeplatzes nun nicht mehr zugänglich. Auch per Boot bleibt die Insel für Australier gesperrt. Laut Einheimischen soll die exklusive Nutzung dieser Orte reichen chinesischen Touristen vorbehalten bleiben.

"Ich glaube, sie wollen keine Australier auf der Insel", erklärte die ehemalige Inselbewohnerin Julie Willis im australischen Fernsehprogramm A Current Affair. "Ich denke, sie wollen die Insel zur ausschließlichen Nutzung für den chinesischen Markt." Keswick Island ist Teil der Inselgruppe Whitsundays, die überwiegend zum Great Barrier Reef Marine Park gehört, einem Nationalpark, der diesen einmaligen Ort vor umweltschädlichen Aktivitäten schützen soll.

Mieter durften nicht bleiben

Anwohnern wurde untersagt, Grundstücke zu vermieten oder Wohnungen über Airbnb. Julie Willis und ihr Lebenspartner erhielten im Februar eine Räumungsklage für ihr Mietshaus, in dem sie sechs Jahre zu Hause waren – drei Tage bevor sie ausziehen mussten. "Sie wollen uns hier nicht", sagt Mrs. Willis. "Wir sind nur kleine Aussie Battler", ergänzt ihr Freund.

Die "Daily Mail Australia" nahm Kontakt zur Greaton Holding auf, die sich für die chinesische Firma um "das Projekt Keswick Island" kümmert. Dort erklärte man, das Verhältnis zwischen Vermieter und Mietern sei Privatsache.

Quellen:"Daily Mail", A Current Affair

bal

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