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Geldanlage: Zeit für den Depotcheck

Wer sein Geld in Aktien anlegt, sollte sein Depot mindestens einmal im Jahr unter die Lupe nehmen. Welche Werte sind gut gelaufen, welche schlecht? Stimmt die Risikostreuung noch und sind die einzelnen Werte noch Erfolg versprechend?

Am besten sollten Anleger den Depot-TÜV gegen Jahresende machen, rät das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt am Main. Dann können sie nämlich noch steuerliche Überlegungen berücksichtigen. Verkaufe ein Anleger verlustbringende Aktien, die er weniger als zwölf Monate im Depot hatte, könne er den Verlust steuerlich geltend machen, erläutern die Experten. Besonders reizvoll sei dies, wenn der Anleger im laufenden Steuerjahr steuerpflichtige Kursgewinne erzielt habe, die die Freigrenze von 512 Euro pro Person und Jahr überschritten. Die realisierten Verluste minderten nämlich den zu versteuernden Gewinn und drückten ihn vielleicht sogar unter die Freigrenze, so dass gar keine Steuer mehr anfalle, so dass DAI.

Transaktionskosten nicht vergessen

Spekulationsverluste sollten aber auch dann bei der Steuererklärung angegeben werden, wenn im laufenden Jahr keine zu mindernden Gewinne erzielt wurden, raten die Experten. Mit einem Verlustrücktrag könne sich der Anleger eventuell im Vorjahr gezahlte Spekulationssteuern wiederholen. Per Verlustvortrag könne er hingegen - zeitlich unbegrenzt - ein Polster gegen Steuerzahlungen auf Veräußerungsgewinne in der Zukunft aufbauen. Eine Verrechnung mit anderen Einkunftsarten, zum Beispiel Zinsen oder Dividenden, sei aber nicht möglich.

Im Vordergrund sollten steuerliche Aspekte bei der Anlageentscheidung aber nicht stehen, mahnen die DAI-Experten. Zudem müsse bei der Depotumschichtung mit spitzem Bleistift nachgerechnet werden, ob die Steuervorteile die Transaktionsgebühren ausgleichen. (AP)