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GESPERRT: Wissen über Kredite: Wie leihe ich Geld im Alltag?

Im Alltag ergeben sich häufig Situationen, in denen das Geld nicht ausreicht: Die Reparatur des Autos fällt unerwartet teuer aus oder die Rechnung für die Ölheizung ist höher als gedacht. Welche Kredite gibt es da? Welcher ist der günstigste für Sie? Und welche Fallstricke lauern?

Von Frank Donovitz und Joachim Reuter

Das Konto nie überziehen? Das schafft keiner. Eine Autoreparatur oder eine hohe Nebenkostenabrechnung können auch die sorgfältigste Kalkulation des Haushaltsbudgets über den Haufen werfen.

Was ist zu tun?

An dieser Stelle erklärt der Ratgeber allgemein, welche Kredite überhaupt in Frage kommen, um Geld für Alltagsgeschäfte aufzunehmen. Eine ausführliche Beschreibung und aktuelle Tarife lesen Sie an dieser Stelle (LINK).

Dispositionskredit

Jedes Girokonto hat einen Sicherheitspuffer, der dafür sorgt, dass Geld auch dann noch fließt, wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Das ist der Dispositionskredit, auch Kontokorrentkredit genannt. Den räumt die Bank oder Sparkasse gewöhnlich jedem Kunden ohne besondere Formalitäten ein. Voraussetzung sind regelmäßige monatliche Einkünfte. Wie hoch der "Dispo" ist, richtet sich nach dem Gehaltseingang oder - bei Selbstständigen - den Nettoeinkünften. In der Regel darf der Kunde sein Girokonto bis zur Höhe von zwei bis drei Monatseinkommen überziehen.

So bequem das Angebot für die Kunden ist - die Banken handeln alles andere als uneigennützig. Sie lassen sich die Überziehung teuer bezahlen.

Deshalb gilt: Der Dispo taugt lediglich zur kurzfristigen Überbrückung eines kleineren Liquiditätsengpasses.

Eine andere Möglichkeit ist die Umschuldung. Man nimmt einen

Ratenkredit

auf, für den die Banken niedrigere Zinsen berechnen, und gleicht damit den teuren Dispo-Kredit aus.

Sie wollen mehr wissen über den Dispo-Kredit und die aktuell günstigsten Konditionen erfahren? LINK

Kreditkarten

Schon lange haben sich die Verbraucher daran gewöhnt, nicht nur mit Bargeld, sondern auch mit der Plastikkarte zu bezahlen. Kommt die gewöhnliche EC-/Maestro-Karte zum Einsatz, ist das kein Kauf auf Kredit: Das Girokonto wird sofort belastet.

Anders sieht die Sache aus, wenn man zur Kreditkarte greift. Vor allem Direktbanken, bei denen der Kundenkontakt über Telefon oder Internet abläuft, bieten bei der Kontoeröffnung eine Kreditkarte kostenlos an. Bei Sparkassen und (Volks-) Banken kostet die

Master- oder Visa-Karte

20 bis 30 Euro im Jahr. Zahlt man mit dieser Karte, wird der Betrag nicht sofort, sondern jeweils am Monatsende vom Konto abgebucht. Die Kartenanbieter, wie Visa oder Mastercard, addieren sämtliche Zahlungen, und die Hausbank überweist den offenen Betrag vom Girokonto an die Kartenanbieter. Vorteil für den Verbraucher: Er bekommt für die Kartengebühr einen zinsfreien Kurzkredit.

Das spätere Bezahlen birgt zwei Fallstricke: Wer nicht mitrechnet, verliert schnell den Überblick über seine finanzielle Lage, da erst am Monatsende die Rechnung präsentiert wird. Zudem sind Kreditkartenschulden sehr teuer. Beispiel: Wer seinen Kreditkartensaldo nicht monatlich ausgleicht, sondern Monat für Monat drei Wochen lang 1500 Euro offen lässt, zahlt dafür 15 Prozent Zinsen - das sind 157,50 Euro im Jahr.

Es gibt auch eine Kreditkarte, die vor der Schuldenfalle schützt: die sogenannte Prepaid-Kreditkarte. Sie funktioniert wie die Prepaid-Karte beim Handy. Man zahlt erst ein Guthaben ein, dann kann mit der Karte bis zu dieser Höhe auch bezahlt werden. Streng genommen handelt es sich also nicht um eine "Kredit-", sondern um eine Guthaben-Karte.

Die Vorteile: Da man lediglich das ausgeben kann, was zuvor eingezahlt wurde, gerät man nicht ins Minus. Und weil damit kein Kredit verbunden ist, fragt die Bank beim Ausstellen der Karte auch nicht bei der Schufa wegen der Bonität des Kartenkundens an. Somit können auch Arbeitslose, Auszubildende oder Schüler diese besondere Form einer Kreditkarte erhalten - eine oft notwendige Zahlungsart vor allem im Internethandel.

Nachteil: Die Jahresgebühr ist mit 39 Euro bis 79 Euro höher als bei der herkömmlichen Kreditkarte. Tipp: Die LBBVisa Prepaid-Karte der Landesbank Berlin bietet eine jährliche Guthabenverzinsung von zwei Prozent für das eingezahlte Kartengeld.

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Von:

Joachim Reuter und Frank Donovitz