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INVESTMENT: Wie Sie Ihr Geld jetzt gut anlegen können

Viele Sparer suchen solide Anlagemöglichkeiten. stern-Redakteur Joachim Reuter zeigt, wo es Renditen mit wenig Risiko gibt.

Was können Anleger tun, wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen? Raus aus den Aktien, rein in sichere Vermögensanlagen mit einer verlässlichen Rendite. Dabei gibt es fünf Anlagemöglichkeiten:

Bundesschatzbriefe

sind der Klassiker, denn hier ist das Risiko für den Sparer gleich null. Das Geld, das sich der Bund beim Anleger leiht, wird nach Ablauf eines Jahres jederzeit zu 100 Prozent zurückgezahlt. Dafür gibt es einen festen Zins. Typ A, der sechs Jahre läuft, schüttet die Zinsen jährlich aus, bei Typ B gibt es die angesammelten Zinsen nach sieben Jahren auf einen Schlag. Der aktuelle Bundesschatzbrief startet mit drei Prozent im ersten Jahr und steigt auf 4,13 Prozent im sechsten beziehungsweise 4,28 Prozent im siebten Jahr. Das Null-Risiko erkauft sich der Anleger mit einem Nachteil. Er muss ein Jahr stillhalten, das heißt, er kann sein »Bundesschätzchen« erst nach dem ersten Zinstermin verkaufen. Der Kauf ist gebührenfrei, der Verkauf kostet 0,5 Prozent.

Pfandbriefe

gelten ebenfalls als sehr sicher, da sie über Immobilien abgesichert sind. Die Rendite ist etwas höher als bei öffentlichen Anleihen, derzeit etwa einen halben Prozentpunkt gegenüber der zehnjährigen Bundesanleihe. Fachleute empfehlen die so genannten Jumbo-Pfandbriefe. Deren Volumen liegt bei 500 Millionen Euro aufwärts. Je größer die Summe ist, desto besser lassen sich die Papiere handeln. So können Anleger damit rechnen, dass sie die Pfandbriefe jederzeit an einen anderen Investor verkaufen können.

Tagesgeldkonten

der Discountbroker sind eine gute Alternative zu Anleihen. Sie bieten zwischen vier und viereinhalb Prozent Zinsen bei täglicher Verfügbarkeit, und es fallen - anders als bei den Pfandbriefen - keine Gebühren beim Kauf an. Spitzenreiter ist die Online-Tochter der Deutschen Bank: Moneyshelf lockt mit fünf Prozent Verzinsungen. Der hohe Zins ist jedoch nur bis Ende des Jahres garantiert.

Geldmarktfonds

schneiden noch etwas besser ab. Ihre Jahresrendite liegt zwischen vier und fünf Prozent, im Ausnahmefall bei knapp sechs Prozent. Diese Fonds legen ihr Geld in einem Bündel von Staats-, Unternehmens- und Bankanleihen an. Aufgrund der kurzen Laufzeiten ist das Risiko von Kursverlusten gering. In der Regel werden die Fonds ohne Ausgabeaufschlag verkauft, das Geld ist täglich verfügbar.

Offene Immobilienfonds

erwirtschaften zwischen fünf und gut sechs Prozent Rendite. Da die Fonds verstärkt in Immobilien im europäischen Ausland investieren, können sie Flauten im heimischen Markt ausgleichen. Der Haken für Anleger: In der Regel ist ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent fällig. Das heißt, für den Investor fallen erst nach Ablauf eines Jahres Gewinne ab. Empfehlenswerte Ausnahme: Der Online-Vertrieb International Fonds Selection (Telefon 0800/7447442) bietet den CS Euroreal der Credit Suisse bis Ende September ohne Ausgabeaufschlag an. Ab Oktober kostet der CS Euroreal 0,3 Prozent. Wer den Fonds aber einmal zum Nulltarif erworben hat, kann auch nach dem September weiterhin beliebig viele Anteile kostenfrei kaufen. Der Ertragsanteil des Euroreal ist im Übrigen nur zu einem Drittel steuerpflichtig, da der Fonds überwiegend im europäischen Ausland investiert. So liegt die Nachsteuerrendite zwischen 4,5 bis 5 Prozent.

Eines sollten Anleger bei Anleiheprodukten oder Tagesgeld beachten: Zinserträge sind steuerpflichtig. Das mindert unterm Strich die Rendite.

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