HOME

Expertentipp: Kinder können höhere Einkünfte und Bezüge erzielen

Kinder über 18 Jahre werden in bestimmten Fällen den Eltern steuerlich zugerechnet. Das geschieht z.B. dann, wenn Kinder noch zur Schule gehen, studieren oder für einen Beruf ausgebildet werden. Diese Kinder werden aber beim Kindergeld, bzw. bei den Eltern nur dann steuerlich berücksichtigt, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge der Kinder eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Hier gibt es jetzt eine kleine Verbesserung: Die maßgebende Grenze wird zum 1. Januar 2001 von jährlich 13.500 auf 14.040 DM angehoben.

Beim Antrag auf Kindergeld für 2001 oder bei Eintragung von Kinderfreibeträgen auf der Lohnsteuerkarte 2001 sollte diese neue Grenze beachtet werden. Dies ist um so wichtiger, als das Kindergeld für das erste und zweite Kind inzwischen bei 270 DM im Monat liegt. Natürlich gilt auch weiterhin, dass bei der Ermittlung der Einkünfte der Kinder Werbungskosten oder Betriebsausgaben zum Abzug kommen.

So können z.B. bei den Einkünften aus beruflicher Tätigkeit des Kindes Werbungskosten wie z.B. Fahrtkosten oder Aufwendungen für Arbeitskleidung oder Fachliteratur vom Bruttolohn abgesetzt werden. Beim Ansatz von Werbungskosten können sich die Steuerzahler an der Anlage N zur Einkommensteuererklärung ausrichten. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass für Werbungskosten mindestens der (anteilige) Arbeitnehmer-Pauschbetrag, der sich auf 2.000 DM im Jahr beläuft, gewährt wird.

Bei Zinseinkünften der Kinder wird der Sparer-Freibetrag eingeräumt. Nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs darf die Finanzverwaltung aber nicht mehr gleichzeitig die Bezüge der Kinder um den Sparer-Freibetrag erhöhen.

Zur Frage, ob bei der Anrechnung von Einkünften und Bezügen der Kinder auf die »Einkünfte« oder auf das (niedrigere) »zu versteuernde Einkommen« abzustellen ist, ist unter dem Aktenzeichen 2 BvR 1781/2000 sogar eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht anhängig.

Themen in diesem Artikel