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MDax: Buderus verschwindet möglicherweise vom Börsenzettel

Der Heizungsbauer Buderus soll nach der Übernahme durch Robert Bosch mittelfristig mit der Heiztechnik-Sparte des Autozulieferers ("Junkers") verschmolzen werden.

Die im MDax notierte Aktie von Buderus könnte vom Börsenzettel verschwinden: Der Heizungsbauer Buderus soll nach der Übernahme durch Robert Bosch mittelfristig mit der Heiztechnik-Sparte des Autozulieferers ("Junkers") verschmolzen werden.

Annahmefrist endet 13. Juni

"Die Heiztechnikbereiche von Bosch und Buderus sollen mittelfristig zusammengeführt werden, wobei die Art dieser Zusammenführung noch zu untersuchen ist", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Übernahmeangebot. Wenn Bosch am Ende der Annahmefrist am 13. Juni (12 Uhr) oder später mindestens 95 Prozent der Buderus-Aktien angedient worden seien, werde man eine Zwangsabfindung für die restlichen Anteilseigner prüfen. Derzeit hat Bosch nach eigenen Angaben Zugriff auf 47,4 Prozent der Anteile. Bosch bietet den übrigen Aktionären 29,15 Euro für ihre Aktien. Dieser Preis könne auch beim Squeeze-Out geboten werden, deutete Bosch an.

Commerzbank offenbar zum Verkauf bereit

Die Commerzbank, der weitere zehn Prozent gehören, hat nach Angaben aus Unternehmenskreisen bereits Bereitschaft zum Verkauf ihrer Aktien signalisiert. Wenn alle Aktionäre das Angebot annehmen, kostet die Übernahme Bosch eigenen Angaben zufolge 1,516 Milliarden Euro, einschließlich aller Nebenkosten knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Preis soll aus den mit 4,54 Milliarden Euro üppigen flüssigen Mitteln bezahlt werden. Bosch hatte mit dem Baukonzern Bilfinger Berger Anfang April bereits die Übernahme von 30,02 Prozent der Buderus-Anteile für ebenfalls 29,15 Euro je Aktie vereinbart.

Größter Heiztechnik-Konzern Europas

Bosch behalte sich vor, in der seit Donnerstag laufenden Übernahmefrist an der Börse weitere Buderus-Aktien zu kaufen. Konkrete Pläne gebe es aber nicht. Seit der Ankündigung seien nur 200.000 weitere Buderus-Anteile erworben worden, rund 0,3 Prozent des Kapitals. Den Vollzug der Übernahme knüpft Bosch an eine einfache Mehrheit von 50 Prozent. Weitere Bedingung sei die Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden bis zum 6. Januar 2004. Mit der Übernahme entstünde mit mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz der größte Heiztechnik-Konzern Europas. Die Überschneidungen im Produktportfolio sind aber gering. Für die Buderus-Bereiche Guss und Edelstahl hat Robert Bosch eine Bestandsgarantie abgegeben. Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt will mit der Übernahme von Buderus seine Abhängigkeit von der Autobranche reduzieren.

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