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Riskante Geldanlagen: Postbank lässt geprellte Kundin abblitzen

Eine Frührentnerin steckt auf Anraten eines Postbankberaters 150.000 Euro in riskante Anlagen - und verliert einen Großteil des Geldes. Wie die Bank die Kundin abbügelt, zeigen interne E-Mails.

Von Joachim Reuter und Johannes Röhrig

Die Postbank gerät wegen Fehlern bei der Anlageberatung weiter in die Kritik. So hat die Bank nach stern-Recherchen Ansprüche einer geprellten Kundin teilweise abgebügelt, obwohl intern ein Haftungsanspruch eingeräumt wird. Dem stern liegen interne Mails aus der Postbank-Finanzberatung vor. Sie zeigen erstmals auf, wie die Bank hinter den Kulissen agiert. Im konkreten Fall hatte eine Frührentnerin auf Anraten des Postbankberaters fast ihr gesamtes Vermögen aus einer Abfindung in geschlossene Fonds sowie Firmenbeteiligungen gesteckt - insgesamt mehr als 150.000 Euro. Als vereinbarte Rückzahlungen ausblieben, beschwerte sie sich bei der Bank. Dort fiel auf, dass ein Teil des Geldes auch in zwei Beteiligungen geflossen war, die der Postbankberater offenbar auf eigene Rechnung vermittelt hatte.

Institut hatte gute Gründe, einen Prozess zu fürchten

Ende 2012 wird intern zunächst das Haftungsrisiko in diesem Fall bewertet. "150,3 T€ (zzgl. Kosten und Zinsen) sind also das potenzielle Risiko in einem Rechtsstreit mit der Kundin", heißt es in einer Postbank-Mail zur Schadensabwicklung. In einem ähnlich gelagerten Fall sei das Institut zur Zahlung verurteilt worden: "Hier würde uns vor Gericht vermutlich Gleiches drohen, wenn ein kompetenter Anwalt den Fall sauber aufarbeitet." In einer anderen internen Mail wird zudem die fragwürdige Anlageberatung in Schiffsfonds selbstkritisch beurteilt. Das "Restportfolio besteht aus fünf Schiffen, die alle nicht laufen. Zum Zeitpunkt der Beratung hatte sie Festgeld ... einen Bausparvertrag und ein kleines Depot bei der Volksbank. Über die Tatsache, dass aus der Abfindung i.H.v. 153.000 EUR mehr als 100.000 EUR" in geschlossene Fonds flossen, "kann man sicherlich ebenfalls diskutieren". Trotzdem bemüht sich die Postbank, Zahlungen an die Kundin abzuwenden. Zunächst wird der Anwalt, den die Anlegerin eingeschaltete hatte, abgewehrt. Aus den Postbank-Dokumenten: "Frau S. hatte für einige ihrer Fonds die Kanzlei S. mandatiert, die mit ihrem üblichen Standardschreiben bei uns aufgelaufen war und die ebenso standardmäßige Erstablehnung erhalten hat."

Postbank spricht von einer "kulanten" Lösung

Dann wird um die Höhe des Schadenersatzes verhandelt. Am Ende nimmt die Postbank drei Fondsbeteiligungen für insgesamt 40.000 Euro zurück, auf zwei weiteren sowie auf den umstrittenen Firmenbeteiligungen bleibt die 60-Jährige sitzen. Fazit der Bank intern: "Damit sind wir aus unserer Sicht ganz gut aus der Sache rausgekommen." Vom stern mit dem Fall konfrontiert, spricht die Postbank heute von einer "schnellen, unbürokratischen und kulanten Lösung". Und weiter: "Wir weisen darauf hin, dass aus damaliger Sicht bei der Beratung keine Fehler gemacht wurden."

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Von:

Joachim Reuter und