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Studie zu Geschlechterklischee: Können Frauen mit Geld umgehen?

Männer verdienen das Geld und Frauen geben es aus - das uralte Vorurteil scheint immer noch aktuell zu sein. Frauen interessieren sich nun mal nicht für Finanzen. Aber stimmt das?

Es beginnt in der Grundschule. Das Vorurteil, dass Frauen vermeintlich nicht rechnen können und Angst vor Zahlen hätten, wächst im Laufe des Lebens dazu heran, dass Frauen auch keinen blassen Schimmer von Finanzen haben. Und diese uralte Annahme hält sich hartnäckig in Deutschlands Köpfen: Frauen haben kein Händchen für Geld und überlassen es lieber ihren Männern, sich mit Finanzen aller Art zu beschäftigen. Punkt. Ein in Beton gegossenes Klischee.

Und fragt man nach, wird es tatsächlich noch immer bestätigt. Drei Viertel der Deutschen glauben, dass Männer einfach mehr Ahnung beim Thema Geldanlage haben. Natürlich glauben das die Herren von sich selbst sogar noch viel mehr, nämlich 86 Prozent sind der Überzeugung, dass Männer sich mehr mit Geld beschäftigen. Allerdings: Ein Großteil der Frauen widerspricht ihnen nicht. 65 Prozent stimmen zu – Geld und Finanzen sind Männer-Themen.

Realität schlägt Klischee

Wie aktuell dieses Klischee weiterhin ist, belegt nun eine repräsentative Studie der "Comdirect", die rund 1000 Männer und Frauen befragt hat. Lediglich beim Thema Altersvorsorge können die Damen im Ansatz punkten: Die wenigen Befragten (25 Prozent), die bei Frauen Finanzkompetenz sehen, glauben, dass sich Frauen vor allem mehr Gedanken ums Alter machen – 66 Prozent erwarten, dass Frauen sich konsequenter um die Finanzen für den Lebensabend kümmern.

Allerdings sieht die Realität anders aus. Die Bank fragte nach, wer sich denn nun wirklich um die Finanzen bemühen würde. Die Antwort überrascht: Jedes Geschlecht kümmert sich mehrheitlich selbst um die eigene Geldanlage. 92 Prozent der Männer und 87 Prozent der Frauen verantworten ihre Finanzen allein. Und diejenigen, die sich nicht selbst kümmern? 40 Prozent der Männer hat schlichtweg keine Lust dazu. Bei den Frauen gaben 34 Prozent an, dass der Partner mehr davon verstünde. Das sagen übrigens auch 35 Prozent der Männer, die lieber die Finger von Finanzfragen lassen – und Geldangelegenheiten ihren Frauen überlassen. Jetzt muss nur noch das Klischee überwunden werden.

Katharina Grimm
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