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Tourismus: Bahn plant Billig-Linie für Fernverkehr

Die Deutsche Bahn will nach Angaben aus Unternehmskreisen mit einer Billig-Gesellschaft nach Vorbild von Fluglinien ihren Nachfrageeinbruch im Fernverkehr bekämpfen.

Langsam nimmt die Deutsche Bahn die immer größer werdende Konkurrenz der Billigflieger im Fernverkehr zur Kenntnis: Nach Angaben aus Unternehmskreisen soll mit einer Billig-Gesellschaft der Nachfrageeinbruch bekämpft werden.

Gewerkschaft: Kein Sozialdumping

"Die Bahn will eine Billig-Rail Gesellschaft gründen", hieß es aus den Kreisen. Profitabler Nebeneffekt: Durch eine eigene Gesellschaft könnten Beschäftigte dann auch zu längeren Arbeitszeiten oder geringeren Löhnen angestellt werden. Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet warnte vor Sozialdumping. "So etwas ist mit uns nicht zu machen, wir werden weiteren Druck auf die Arbeitsplätze nicht zulassen", sagte Transnet-Vorstand Karl-Heinz Zimmermann. Es sei zudem zweifelhaft, ob damit neue Kunden gewonnen werden könnten. Bei der Bahn setze offenbar hektische Betriebsamkeit ein, um schnell Gewinne zu schreiben und den Gang an die Börse vorzubereiten.

Ein Sprecher der Bahn sagte zu den Angaben aus den Kreisen: "Wir bestätigen keine derartigen Pläne." Er verwies aber darauf, dass die Konkurrenz der Billigflieger auf langen Strecken für die Bahn schon ein Thema sei. Nach Angaben aus Kreisen des Unternehmens hat die Bahn im Fernverkehr 2003 einen Betriebsverlust von rund 460 Millionen Euro eingefahren. 2004 soll dieses Minus deutlich geringer ausfallen und 2005 soll der Bereich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Ab April wieder Preiserhöhungen

Um die Verluste aufzufangen, hat die Bahn bereits Preiserhöhungen ab April von durchschnittlich 3,4 Prozent beschlossen. Für Langstrecken innerhalb Deutschlands wurde zudem eine Preisobergrenze für die einfache Fahrt zweiter Klasse von 99 Euro festgelegt, um der Billigflieger-Konkurrenz zu begegnen.

DPA
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