Am Donnerstag sollen in Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg die Busse und Bahnen stillstehen. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Bus- und Bahnfahrer dort zum Streik auf. In Hessen soll eventuell auch gestreikt werden, das entscheidet sich nach den Verhandlungen am Montag.
Es ist der dritte Streik in den laufenden Tarifverhandlungen, die Verdi führt. Den Streikenden geht es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. So will die Gewerkschaft Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und beim Schichtdienst sowie höhere Zuschläge für Sonderschichten durchsetzen. In manchen Bundesländern geht es aber auch um höhere Gehälter.
Die Arbeitgeberverbände argumentieren hauptsächlich mit der schwierigen finanziellen Situation, in der sich viele Nahverkehrsunternehmen und Kommunen befinden. Schon jetzt fehlen Verdi zufolge aber 80.000 Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr. Die Arbeitsbedingungen müssten geändert werden, um die Jobs attraktiver zu machen.
Große Unterschiede beim Gehalt
Dabei spielt auch die Bezahlung eine Rolle. Obwohl diese nicht grundlegend Gegenstand des Streiks ist, lohnt es sich dennoch, einen Blick darauf zu werfen. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit beträgt das monatliche Bruttoentgelt für Bus- und Bahnfahrer im Median 3522 Euro, die beiden Tätigkeiten gehören zur selben Berufsgattung. Das Gehalt unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland aber deutlich. In Baden-Württemberg, wo die Fahrer am meisten verdienen, sind es rund 4000 Euro, in Brandenburg hingegen nur circa 3100 Euro.
Auch in den Städten zeigen sich die Unterschiede. In Köln verdient ein Busfahrer fast 3900 Euro, in Dresden sind es ungefähr 500 Euro weniger. Bus- und Bahnfahrerinnen verdienen über 100 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen.
Das Gehalt setzt sich aus einem Grundgehalt und Zuschlägen, um die es Verdi unter anderem geht, zusammen. In Berlin sind es für Busfahrer beispielsweise 25 Prozent zusätzliches Gehalt bei Nacht- und Wochenendschichten. Feiertagsarbeit wird mit 135 Prozent entlohnt.