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Zinserhöhung: Die US-Notenbank bleibt sich treu

Wachsende Inflationssorgen haben die amerikanische Notenbank zu ihrer 17. Leitzinserhöhung in zwei Jahren getrieben. Der neue Zentralbankchef Ben Bernanke deutete sogar die Möglichkeit weiterer Erhöhungen an.

Die US-Notenbank hat am Donnerstag erneut den Leitzins um 25 Basispunkte auf jetzt 5,25 Prozent angehoben. Es ist die 17. Zinserhöhung in Folge. Die letzte Erhöhung war am 10. Mai erfolgt. Als die Fed vor zwei Jahren mit den Erhöhungsschritten begann, stand der Leitzins bei 1,0 Prozent. Dies war der niedrigste Wert seit 46 Jahren. Auch in der Eurozone sind die Leitzinsen im Aufwärtstrend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins zuletzt Anfang Juni von 2,50 auf 2,75 Prozent erhöht. Die nächste Sitzung ist kommenden Donnerstag.

Mäßigeres Wirtschaftswachstum

"Die hohe Kapazitätsauslastung und die Preise von Energie und anderen Rohstoffen haben das Potenzial anhaltenden Inflationsdrucks", hieß es in der Erklärung der US-Notenbank. Ob weitere Zinserhöhungen nötig seien, hänge von den hereinkommenden Wirtschaftsdaten ab. Die nächste Zinssitzung findet am 8. Juli statt.

"Die jüngsten Daten legen nahe, dass das Wirtschaftswachstum sich nach dem starken Tempo Anfang des Jahres gemäßigt hat", hieß es in der Erklärung der Notenbank. Das sei auf den sich abkühlenden Immobilienmarkt und die Folgen der steigenden Zinsen zurückzuführen. Die US-Wirtschaft ist allerdings nach wie vor auf robustem Wachstumskurs.

Wachstum nur durch Verbraucherausgaben

Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt in den USA auf hochgerechneter Jahresrate um 5,6 Prozent zu. Das Wachstum wurde vor allem von den Verbraucherausgaben getragen. Für das zweite Quartal erwarten Volkswirte ein merklich schwächeres Wachstum, weil die Verbraucher angesichts von Rekordbenzinpreisen und steigenden Zinsen weniger Geld ausgeben können. Ökonomen rechnen im zweiten Quartal mit einem Wachstum um drei Prozent auf Jahresbasis.

Marktteilnehmer und Banker hatten widersprüchliche Aussagen des neuen Notenbankchefs Ben Bernanke in den vergangenen Wochen für Nervosität an den Märkten verantwortlich gemacht. Bernanke hatte die Inflation teils als "gut unter Kontrolle", teils als "unwillkommen" bezeichnet. Die Verbraucherpreise ziehen seit Monaten an, im Mai - ohne die stark schwankungsabhängigen Posten Nahrungsmittel und Energie - um 2,4 Prozent im Zwölf-Monats-Vergleich, nach 2,3 Prozent im April und 2,1 Prozent im März. Bernanke strebt eine Teuerung unterhalb von zwei Prozent an.

AP/DPA / AP / DPA
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