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Wege aus der Wohnungskrise: Warum sollten nicht Fertighäuser über Parkplätzen thronen?

Kein Platz für Wohnungen? Warum sie nicht mit Stelzen auf die reichlich vorhandenen Parkplätze stellen? Großbritannien will mit unkonventionellen Ideen und industriell hergestellten Billig-Häusern Platz für alle schaffen.

Die einzelnen Häuser sind schmal, aber nicht winzig.

Die einzelnen Häuser sind schmal, aber nicht winzig.

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern ist der Wohnraum knapp. In Großbritannien will die Regierung die Wohnungsnot mit einem Programm für 100.000 Häuser linden.

Die britische Lösung lautet Prefab-Houses – eine echte deutsche Entsprechung gibt es für diese industriell hergestellten "vorfabrizierten" Häuser nicht. Es handelt sich bei den angedachten Gebäuden um eine Mischung zwischen Fertighaus und Plattenbau, berichtet die "Sunday Times".

Eine gute Raumausnutzung und geringe Kosten haben Vorrang vor individueller Gestaltung. Die Einzelteile werden in der Fabrik hergestellt, die Häuser müssen modular konzipiert sein, damit sich die einzelnen Wohnungen zu größeren Komplexen verbinden lassen. Bei Einzelhäusern wäre der Verbrauch an Baufläche zu groß. Der "Sunday Telegraph" zitiert eine Quelle aus dem Bau-Ministerium: "Der größte Vorteil ist die hohe Baugeschwindigkeit". In 48 Stunden soll ein Gebäude errichtet werden.

Ideal geeignet für das Vorhaben ist das jüngst vorgestellte Parkplatz-Haus der Architekten Bill Dunster von ZED factory geeignet. Ein komplett aufgebauter Prototyp veranschaulicht die Idee. Bill Dunster dachte darüber nach, woran es am meisten mangelt, nämlich an Bauland und an Geld. Seine Lösung ist eine kostengünstiges kleines Haus, das über vorhandene Parkplätze gebaut werden soll. Ein Haus benötigt nur die Fläche von zwei Stellflächen. Das sind etwa 30 Quadratmeter Fläche, die bei dem zweistöckigen Haus zu etwa 60 Quadratmetern Wohnfläche führen.

Die Kosten werden sich auf etwa 60.000 Euro pro Einheit belaufen. Vom Konzept her ist auch hier nicht an Einzelbauten gedacht, sondern an die Überbauung ganzer Parkplätze. Dunster sagte dem "Independent". "Man muss große Flächen mit guter Anbindung an den Nahverkehr finden. 'Park and Ride'-Flächen und die Parkplätze von Einkaufszentren sind ein guter Start." 

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