HOME

Immobilienbewertung: Günstig oder überteuert?

Über Jahrzehnte entwickelten sich die Immobilienpreise nur in eine Richtung - aufwärts. Seit den Abstrichen bei Eigenheimförderung und Entfernungspauschale werden Kriterien wie Lage, etc. wieder ausschlaggebend. So schätzen Sie Immobilienangebote richtig ein.

Grundstückswert

Für jeden Baugrund hält die Kommune so genannte Bodenrichtwerte bereit. Sie geben den durchschnittlichen Quadratmeterpreis für Grundstücke an. Einschränkung: Je nach Lage können zwischen amtlichen Werten und Bodenmarktpreis Schwankungen um zehn Prozent bestehen. Der Wert wird zudem durch Nutzungsauflagen (Bebaubarkeit, Ausbaufähigkeit, Verkehrswegeplan) bestimmt. Es gilt: Je größer die Nutzungseinschränkungen und je beliebiger die Verkehrswegepläne, desto geringer der Wert.

Gebäudewert

Der Rohwert des Gebäudes hängt von der Wohn- und Nutzflächengröße, vom Alter, vom technischen und optischen Zustand, von der Architektur und der Ausstattung ab. Ein Vergleichsmaßstab ist der Preis für einen ähnlich beschaffenen Neubau, der sich per entsprechendem Fertighausangebot einholen lässt. Aber Vorsicht! Ein 30 Jahre altes Haus lässt sich kaum mit einem heutigen Niedrigenergiehaus vergleichen. Ein Altbau wird aber umso wertvoller, je moderner Fenster, Heizungsanlage, Dach- und Wandisolationen nachgerüstet worden sind. Ebenfalls zu prüfen: Bausubstanz (Wände, Decken, Böden), elektrische Leitungen, Sanitärinstallationen und Rohrleitungen.

Immobilienmarktwert

Der tatsächliche Marktwert ergibt sich aus der Summe von Grundstücks- und Gebäudewert plus Auf- oder Abschlägen aufgrund der Lage der Immobilie. Diese Auf- und Abschläge sind am schwersten zu kalkulieren. Denn nahezu alle Marktforscher sind gleichzeitig auch Händler oder Finanzierer von Immobilien. Und da in der Regel kein Unternehmen sein Geschäft schlecht redet, liegen Marktpreisstudien tendenziell immer etwas höher als die wirklich gezahlten Preise. Trotzdem liefern die Daten (erhältlich von Banken, Bausparkassen und großen Maklerfirmen) erste Anhaltspunkte. Auch Offerten in Regionalzeitungen und im Internet helfen bei der Orientierung. Die Lagebewertung ergibt sich im Wesentlichen aus der Wirtschaftskraft einer Region, Sozialstruktur einer Siedlung, Infrastrukturbedingungen (Verkehrsanbindung, Schulen, Kindergärten, Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen) sowie Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten.

print