Immobilienförderung Geschenkt!


Die Eigenheimzulage für Immobilien wurde gesenkt, bald könnte sie ganz kippen. Wer noch profitieren will, muss sich beeilen.

Am Schluss ging alles schneller als ge plant. Das Grundstück im württembergischen Wasseralfingen hatten Anja Grill und Holger Jänisch im Sommer 2003 erworben, mit dem Hausbau aber wollten sie sich Zeit lassen. Als im Herbst die Bundesregierung überlegte, die Eigenheimzulage abzuschaffen, änderte das Paar seine Pläne. Schon im Februar war Baubeginn. Die Eile hat sich gelohnt: Jährlich 2.556 Euro erhalten die beiden für die nächsten acht Jahre als Bonus vom Staat, hinzu kommen jährlich 767 Euro Kinderzulage. "Hätte ich erst in diesem Jahr den Bauantrag unterschrieben, wäre die Grundzulage nur halb so hoch gewesen", sagt Jänisch.

Noch gibt es sie, die Eigenheimzulage. Allerdings nur mit Einschränkungen. Wer profitieren will, muss ein paar Änderungen beachten. Die Zulage beträgt jetzt ein Prozent der jeweiligen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Doch die Obergrenze ist auf 1.250 Euro verringert worden. Bisher betrug die maximale Förderung für Neubauten 2.556 Euro, für den Erwerb von Altbauten 1.278 Euro jährlich. In den Genuss der Höchstförderung kommen allerdings nur jene, deren Immobilie 125.000 Euro oder mehr kostet. Wer Kinder hat, bekommt außer der Eigenheimzulage noch eine Zulage, die leicht erhöht worden ist: von 767 Euro auf 800 Euro jährlich pro Kind.

Den Kreis der Förderberechtigten hat der Staat enger gezogen, indem die Einkommensgrenzen gesenkt wurden. Maßgeblich ist die Summe der Einkünfte im Jahr des Einzugs sowie im Vorjahr. Alleinstehende dürfen in den beiden Jahren insgesamt höchstens 70. 000 Euro, Paare 140.000 Euro verdienen. Pro Kind steigt die Grenze um 30.000 Euro an. Neu ist, dass Verluste, etwa aus der Vermietung einer Wohnung, nicht mehr von den Einkünften abgezogen werden können. Bislang konnten Paare, deren gemeinsame Einkünfte über der Bemessungsgrenze lagen, sich vorübergehend getrennt zur Einkommensteuer veranlagen lassen. Lag dann einer von beiden unter der Einkommensgrenze für Alleinstehende, sprudelte die Förderung. Jetzt rechnet das Finanzamt die Einkünfte stets zusammen.

Ob die neuen Regelungen Bestand haben, ist fraglich. Die Bundesregierung will die Eigenheimzulage zu Fall bringen. Bundesfinanzminister Hans Eichel plant den Haushalt 2005 schon ohne sie.

Joachim Reuter print

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