Urlaubspläne Wenn den Kollegen der Termin nicht passt


Die schönste Vorfreude auf den Urlaub wird getrübt, wenn es mit den Kollegen Terminstreitigkeiten gibt. Doch bevor die Vorfreude weg ist, sollten Arbeitnehmer einen Blick ins Bundesurlaubsgesetz werfen.

Einen schönen, erholsamen Sommerurlaub zu planen ist sicherlich eines der Dinge, die uns im Jahr am meisten Freude bereiten, denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Leichter gesagt, als getan, da es wegen des von uns so sehnlich erwarteten Urlaubswochen im Vorfeld oft jede Menge Ärger gibt. Es kann schnell passieren, dass ein Arbeitnehmer auf den persönlichen Urlaubswunschtermin verzichten muss oder zumindest in seinen Vorstellungen enttäuscht wird. Und das, obwohl ein Chef verpflichtet ist, den gewünschten Urlaubsterminen seiner Arbeitnehmer möglichst zu genehmigen. Der Grund ist recht simpel: Überschneidungen!

Tritt der Fall ein, dass zwei Mitarbeiter denselben Urlaubstermin anstreben, muss der Chef nach einer so genannten Sozialauswahl entscheiden. Bei einer solchen Auswahl werden die Länge der Betriebszugehörigkeit, das Alter, persönliche Bedingungen und ähnliches berücksichtigt. Beispielsweise würde ein lediger Neuling eher nicht zum Zuge kommen, wenn ein zweifacher Familienvater seinen Jahresurlaub in denselben Wochen genießen will. Handelt es sich aber um gleichberechtigte Mitarbeiter muss der Chef abwägen, ob eventuell einer der beiden bereits einen Urlaub gehabt hat, das heißt, für wen ist es der erste Urlaub? Hinzu kommen dann noch das Alter und gegebenenfalls ein damit verbundenes Erholungsbedürfnis. In extrem konfliktreichen Situationen kann sogar der Betriebsrat eingeschaltet werden.

Streitpunkte regelt das Bundesurlaubsgesetz

Der Stuttgarter Arbeitsrechtler Michael Henn ist der Meinung, dass viele Fehden um Ferienwünsche völlig umsonst ausgetragen werden. Schließlich sind die meisten Konfliktpunkte rechtlich im Bundesurlaubsgesetz festgehalten. So darf ein Urlaubsantrag vom Chef beispielsweise nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Zwar sind keine konkreten Fristen im besagten Gesetz vorgegeben, doch nach geltender Rechtsprechung sollte der Chef Auskunft geben, ob der gewünschte Urlaubstermin genehmigt wird oder nicht. Sollte der Chef nach einem Monat noch keine Antwort gegeben haben, ist es ratsam einen zweiten Urlaubsantrag mit einer Frist von zwei Wochen einzureichen, wie die Rechtsschutzversicherung Arag empfiehlt. Wenn dann immer noch kein Bescheid vorliegt und der Chef sich nicht zwischenzeitlich gemeldet hat, kann der Arbeitnehmer sorglos in den Urlaub fahren.

Beide Seiten haben Rechte

Bei dringenden betrieblichen Angelegenheiten kann der Arbeitgeber den Urlaubsantrag verweigern. Das wären Fälle wie ein personeller Engpass, Messezeiten oder ein plötzlicher, aber wichtiger Auftrag. Auch wenn den Arbeitnehmern Urlaubszeit zusteht, muss das Okay letztendlich vom Chef kommen, es sei denn er reagiert, wie oben beschrieben, nach mehrmaligen Versuchen nicht.

Hat er erst einmal zugestimmt, kann er es nicht mehr rückgängig machen. Sollte ein wichtiger Auftrag oder ähnliches anstehen, kann der Chef lediglich den Arbeitnehmer auffordern, seinen Urlaub zu verschieben, was dieser allerdings ohne Sorgen auf Konsequenzen ignorieren kann.

Keine eigenmächtigen Entscheidungen

Fest steht: Was auf keinen Fall geht, ist einfach eigenmächtig zu entscheiden, wann man in den Urlaub fährt und die Entscheidung dann auch noch umzusetzen. Dafür könnte man im schlimmsten Fall eine fristlose Kündigung einkassieren und das würde sogar den schönsten Urlaub vermiesen. Lieber im Rahmen des Bundesurlaubsgesetzes rechtzeitig um den wohlverdienten Urlaub kümmern.

AP AP

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