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100.000 neue Arbeitsplätze bis Jahresende: Mittelstand vor "Jobwunder"

Der Mittelstand wird wieder zum Jobmotor in Deutschland. Die Branche rechnet dank des Auftragsbooms mit bis zu 100.000 neuen Arbeitsplätzen bis zum Jahresende - und das nicht nur in der Export-Industrie.

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat den Mittelstand voll erfasst und könnte zu einer kräftigen Erhöhung bei der Angestelltenzahl führen. "Im Mittelstand stehen die Zeichen wieder auf Personalaufbau", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, bei der Vorstellung des Mittelstandsreports seiner Organisation am Freitag. Driftmann sprach von bis zu 100.000 neuen Arbeitsplätzen, die kleine und mittlere Firmen bis Jahresende neu schaffen wollen.

"Dies kommt fast einem Jobwunder gleich, wenn man bedenkt, dass noch vor Jahresfrist ein kräftiger Abbau von Arbeitsplätzen befürchtet wurde", wertete der DIHK-Präsident. Nach der Verbandsumfrage wollen 86 Prozent der Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten in den nächsten Monaten Arbeitnehmer einstellen. "Jetzt zahlt sich aus, dass viele kleine und mittlere Betriebe auch in der Krise auf innovative Produkte und Dienstleistungen gesetzt haben", sagte Driftmann. Gute Jobchancen gebe es in den exportstarken Branchen Chemie, Pharma und Elektro. Aber auch Gesundheitsdienstleister, Versicherer, Werbeagenturen und Marktforscher suchten derzeit neue Mitarbeiter.

Das Fazit des Mittelstandsreports, der auf einer Umfrage vom Frühsommer bei über 20.000 Unternehmen basiert, liest sich überaus positiv: "Die Konjunkturerholung im Mittelstand gewinnt an Kraft und Breite. Beflügelt vom Anziehen der Exporte ist der Mittelstand so zuversichtlich wie zuletzt zur Hochkonjunktur des Jahres 2007." Die kleinen und mittleren Firmen erwarteten weiter zunehmende Exporte und wollten mehr investieren.

Viele Unternehmen rechnen laut DIHK-Bericht allerdings mit Schwierigkeiten, neue Aufträge finanzieren zu können. Denn bei vielen Kreditverhandlungen kommen jetzt die Bilanzen des Krisenjahres 2009 auf den Tisch. Auch zeige sich, dass es für viele kleine und mittlere Unternehmen schwerer wird, geeignete Fachkräfte zu finden.

joe/Reuters/DPA/APN / DPA / Reuters
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