Airbus-Stellenabbau 2317 Jobs in Gefahr


Flugzeugbauer Airbus steht beim Sparprogramm "Power8" vor Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Die Verhandlungsbasis für das Hamburger Werk: 2317 der 12.000 Stellen sollen gestrichen werden. "Nicht hinnehmbar" findet das die IG Metall.

Über die geplante Einsparung von 10.000 Stellen bei Airbus soll nun "auf nationaler Ebene" mit den Gewerkschaftern detailliert verhandelt werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur DPA aus Konzernkreisen. Airbus hoffe auf eine Einigung in den nächsten zwei Monaten, hieß es. Das Management des Flugzeugherstellers hatte dem Konzernbetriebsrat seine Pläne detailliert vorgelegt. Nach Angaben französischer Gewerkschafter sollen allein in Hamburg 2317 der insgesamt 12.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Toulouse und Hamburg vor schmerzhaften Einschnitten

Der Stellenabbau erfolgt im Rahmen des Sanierungsprogramms "Power8", das nach den milliardenschweren Produktionsproblemen beim Großflugzeug A380 aufgelegt wurde. Wie angekündigt, soll es die größten Einsparungen an den beiden Hauptstandorten Hamburg und Toulouse geben. In Toulouse einschließlich Saint-Eloi wolle Airbus 2168 Verwaltungsstellen in den Werken sowie zusätzlich 946 in der Firmenzentrale streichen.

"Wir können dazu nichts sagen, weil die Verhandlungen erst noch auf europäischer Ebene laufen und erst in den nächsten Wochen auf einzelne Standorte herunter gebrochen werden", sagte Tore Prang, Sprecher Airbus Deutschland in Hamburg. Er könne aber bestätigen, dass die Verhandlungsbasis für Hamburg der Abbau von 2317 Stellen sei.

IG Metall kündigt Widerstand an

Von Airbus in Toulouse hieß es, es sei bei dem Treffen am Freitag darum gegangen, die schon bekannte Gesamtzahl des Stellenabbaus konkret den einzelnen Werken zuzuordnen. Zu den Zahlen für die einzelnen Werke wurde keine Stellung genommen. 5000 der Stellen, die insgesamt wegfallen sollen, sind feste Arbeitsplätze bei Airbus. Die übrigen 5000 betreffen Zeitarbeiter oder Stellen bei Vertragsfirmen in den Airbus-Werken.

Nach Gewerkschaftsangaben sollen in Großbritannien in Filton 1095 Arbeitsplätze gestrichen werden, in Spanien in Getafe 334 Stellen. In Frankreich schlägt Airbus für Saint-Nazaire 369, für Nantes 295 und für Méaulte 192 Stellenstreichungen vor. Aus Konzernkreisen hieß es zudem, in Nordenham gehe es "um die 150 Stellen".

Als "falsches Signal" kritisierte die IG Metall Küste die Zahlen. "Wir werden das in Deutschland so nicht akzeptieren", sagte Daniel Friedrich von der IG Metall Küste in Hamburg. "Ein solcher Personalabbau bedeutet eine Leistungsverdichtung, die nicht hinnehmbar ist und auch gar nicht funktionieren kann."

DPA DPA

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