Aktien-Deal Springer-Vorstände bald Multimillionäre?


Die vier Vorstände des Axel-Springer-Verlages ("Bild", "Welt", "Hörzu") dürfen bis 2008 mit einem Extra-Salär von über 30 Millionen Euro rechnen. Grund ist ein Aktienoptionsprogramm, das voraussichtlich noch in diesem Jahr greift.
Von Johannes Röhrig

Die Aussicht auf eine derart hohe Zusatz-Honorierung hat der Vorstand um Springer-Chef Mathias Döpfner vor allem dem amerikanischen Finanzinvestor Hellman & Friedman zu verdanken, der seit Oktober 2003 gut 19 Prozent an dem Medienkonzern hält. Hellman & Friedman trägt das finanzielle Risiko aus dem Optionsprogramm, indem er den Verlag entsprechend absichert. Vor zwei Tagen gab Hellman & Friedman bekannt, die Mehrheit seiner Springer-Anteile noch in diesem Jahr über die Börse verkaufen zu wollen. Für den Vorstand gleicht dies einem Startschuss zum Kassemachen.

Der Grund: Das Bezugsrecht auf die Aktien ist nicht nur vom Erreichen wirtschaftlicher Ziele abhängig. Daneben greift ein komplizierter Mechanismus, der an den Ausstieg der Amerikaner bei Springer geknüpft ist. Das läuft nun so: Zunächst erwarben die Springer-Vorstände bereits vor zwei Jahren 62.300 Aktien auf eigene Rechnung - für zusammen knapp 3,4 Millionen Euro. Heute ist das Paket bei einem Aktienkurs von 119 Euro rund 7,4 Millionen Euro wert. Erst der Kauf von damals gibt ihnen nun das Recht auf Optionen. Diesmal geht es um insgesamt 498.400 Papiere, die für 54 Euro pro Stück erworben werden können. Voraussetzung ist, dass Hellman & Friedman sich bei Springer wie angekündigt zurückzieht.

Döpfner: Aktie noch unterbewertet

Bereits ein Jahr nach Verkauf der Papiere durch den Investor können Döpfner und Co zunächst 249.200 Aktien zum Optionspreis erwerben, ein weiteres Jahr später wird dann der Rest fällig. Diese Papiere können sie sofort wieder verkaufen, das bestätigt eine Springer-Sprecherin. Die Aussichten bei dem Geschäft sind glänzend: Die Springer-Papiere, die der Vorstand bald für insgesamt 27 Millionen Euro kaufen kann, sind schon nach heutigem Kurs rund 59 Millionen Euro wert.

Dabei hält Döpfner die Aktie noch für unterbewertet. Derzeit sind nur wenige Springer-Anteile im Streubesitz; durch den Ausstieg der Amerikaner soll sich das ändern. Erst dann, meint Springer-Chef Döpfner, werde das Springer-Papier für die Börse attraktiv und der Kurs könne den "wahren Wert der Aktie wiederspiegeln".


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker