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Statt Türsteher: Aldi testet digitale Einlass-Ampeln, um Kundenzahl zu begrenzen

Einkaufen nur bei grünem Licht: Aldi Süd testet in seinen Filialen ein Ampelsystem, das den Zustrom der Kunden gemäß geltender Corona-Beschränkungen begrenzen soll. Auch andere Einzelhändler arbeiten an ähnlichen Lösungen.

Aldi-Ampel in der Schweiz

In der Schweiz hat Aldi bereits Einlass-Ampeln im Einsatz

Türsteher am Ladeneingang sind in den vergangenen Wochen vielerorts Normalität geworden. Damit könnte es aber schon bald wieder vorbei sein. Verschiedene Einzelhandelsketten arbeiten derzeit an digitalen Einlasskontrollen, um den Kundenzustrom zu begrenzen. So sollen die behördlichen Corona-Auflagen erfüllt und gleichzeitig Personalkosten gespart werden.

Besonders weit sind die Überlegungen offenbar bei Aldi Süd fortgeschritten. Laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung ist der Discounter einer der ersten Händler, der eine automatisierte Zugangskontrolle im großen Stil ausrollen möchte – in den meisten seiner 2000 Filialen.

Offiziell befindet sich der Discounter noch in der Testphase, eine bevorstehende flächendeckende Einführung wollte eine Sprecherin nicht bestätigen. "Aldi Süd testet derzeit in verschiedenen Regionalgesellschaften unterschiedliche digitale Einlasskontrollen zur Zutrittssteuerung. Ein flächendeckender Rollout ist derzeit nicht geplant", erklärte das Unternehmen auf Anfrage des stern. Man reagiere damit "sowohl auf behördliche Auflagen, als auch auf den Wunsch vieler Kunden den derzeit notwendigen Mindestabstand zueinander einzuhalten".

Aldi-Ampel in der Schweiz schon im Einsatz

In der Schweiz hat Aldi Süd bereits digitale Einlasskontrollen eingeführt. In 110 besonders stark frequentierten Filialen begrüßt nun am Eingang ein Monitor die Kunden. Ist im Laden noch genug Platz, gewährt eine grüne Anzeige Eintritt. Sobald die maximale Kundenzahl erreicht ist, springt die Anzeige auf Rot und bittet um etwas Geduld. Erfasst und gezählt werden die Kunden von Videokameras im Eingangsbereich und einer damit verbundenen Software. Die digitale Lösung stammt von der Schweizer Firma ASE.

In deutschen Aldi-Märkten könnte nach Informationen der Lebensmittelzeitung ein System des Stuttgarter Startups Sensalytics eingesetzt werden. Auch dieses beinhaltet zwei Videokameras, eine Analysesoftware sowie einen Kundenbildschirm, der rot oder grün zeigt. Filialmitarbeiter würden zudem per SMS informiert, sobald kritische Schwellenwerte erreicht werden. In einer typischen Aldi-Filiale mit 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche dürften je nach regionalen behördlichen Auflagen maximal 100 oder 50 Kunden gleichzeitig einkaufen, rechnet die Lebensmittelzeitung vor.

Bruderkonzern Aldi Nord fährt derzeit ebenfalls an ausgewählten Standorten eine Testphase mit einem System zu elektronischen Einlasskontrollen, wie ein Sprecher auf Anfrage erklärte. Diese sei in Kürze abgeschlossen. "Auf Basis der in dieser Phase gewonnenen Erkenntnisse werden wir entscheiden, ob wir dieses System im gesamten Aldi Nord Gebiet einsetzen werden." Auch Lidl, dm und einige Edeka-Kaufleute testen laut Lebensmittelzeitung die digitale Pförtnerampel. Kaufland, Rossmann und Rewe sollen sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.

Quellen: Lebensmittelzeitung / Aldi Suisse