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Online-Bestellungen: Nachbarn statt DHL: Amazon setzt jetzt auf private Paketboten

Amazon startet sein Lieferkonzept Flex in Deutschland. Neben Paketboten von DHL, DPD oder Hermes liefern dann auch private Fahrer die Bestellungen aus - und werden dafür von Amazon bezahlt.

Amazon will private Zusteller für die Bestellungen anheuern

Amazon will private Zusteller für die Bestellungen anheuern

Ein Smartphone und ein Auto - mehr müssen die neuen Mitarbeiter von nicht mitbringen. Der US-Handelsriese startet sein Liefermodell Flex nun auch in Deutschland, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Neben professionellen Paketunternehmen wie DHL, DPD, Hermes und Co. liefern dann auch Privatpersonen die Amazon-Bestellung aus. 

Dafür will Amazon die Hobby-Lieferanten aber auch entlohnen. Für einen Lieferblock von vier Stunden seien bis zu 64 Euro möglich, erklärt Amazon gegenüber der "Lebensmittelzeitung". "Der Plan ist, Kunden in einigen Wochen über den neuen Service bedienen zu können", so Amazon zur "LZ"

Amazon will unabhängiger werden

Das System gibt es bereits seit zwei Jahren in den USA, auch in Großbritannien und Singapur bessern sich Privatpersonen das Einkommen so auf. Per App bekommen die Privatzusteller Informationen von Amazon, ausgeliefert wird mit dem eignen .

Hinter diesem ungewöhnlichen Modell steckt Kalkül: Amazon will sich unabhängiger von den großen Lieferunternehmen machen. Die klagen seit Jahren über Fahrermangel, der nicht zuletzt auch die Kunden trifft, weil der Service beim Ausliefern von Paketen abhanden kommt. So nörgeln Kunden der großen Lieferdienste wie Hermes, und Co. über verspätete Zustellung oder darüber, das lediglich Paketzettel in den Briefkasten gestopft werden, obwohl die Kunden zu Hause sind. Gerade bei der "letzten Meile", also dem Lieferabschnitt bis zum Endkunden, sehen die großen Online-Händler noch Verbesserungsbedarf. Gerade zu bestellintensiven Zeiten wie nun zum Weihnachtsgeschäft könnten private Fahrer eine große Hilfe sein. In diesem Jahr erwarten Experten 30 Millionen Pakete mehr als im Vorjahr und warnen vor einem Paket-Chaos. "Wir erwarten ein Weihnachtsgeschäft, das die gesamte deutsche Logistikbranche vor eine Kraftprobe stellen wird", sagt Dirk Rahn aus der Hermes-Geschäftsführung kürzlich der "Bild-Zeitung".

kg
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