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Medikamente liefern lassen: Amazon will Apotheken Konkurrenz machen

Amazon plant offenbar den Einstieg ins Apothekengeschäft. Der Onlinehändler will dafür mit ausgewählten Apotheken zusammenarbeiten. Das dürfte der Branche gar nicht gefallen. Und: Eine große Hürde steht dem Plan noch im Weg. 

Amazon wird zur Apotheke

Amazon wird zur Apotheke

Der Onlinehändler Amazon baut sein Angebot immer weiter aus. Zuletzt folgte die Ankündigung, dass Amazon ab April mit seinem Dienst Amazon Fresh Lebensmittel liefern möchte. Nun scheint noch ein weiteres Geschäftsfeld dazuzukommen. Laut dem Branchendienst "Apotheke ad hoc" plant der Internethändler den Einstieg ins Apothekengeschäft. Demnach führe Amazon Gespräche mit Versandapotheken, aber auch Apotheken vor Ort, um Partner für den Dienst zu finden. Dafür habe Amazon ein zwölfköpfiges Team, das mit Hochdruck an dem neuen Dienst arbeite - schon 2017 könnte das Projekt in die heiße Phase gehen, so der Branchendienst.

Konkret will Amazon seinen Premiumdienst Prime um Gesundheitsprodukte erweitern. In 20 Metropolregionen liefert Amazon schon heute rund eine Millionen Artikel am selben Tag - hier soll der neue Arznei-Lieferdienst angedockt werden, so "Apotheke ad hoc". Praktisch wird die Lieferung in zwei Schritte aufgeteilt: Eine Apotheke vor Ort (oder auch eine Versandapotheke) bekommt den Auftrag und liefert die Medikamente an ein Logistikzentrum von Amazon. Der Händler übernimmt dann die Auslieferung zum Kunden.

Laut "t3n" sondiert Amazon aber auch das Terrain bei Arzneimittelherstellern. Brancheninsidern zufolge könnte Amazon langfristig auch beide Schritte der Lieferung abdecken - und somit den Schritt zur Versandapotheke wagen. Bislang wollte Amazon diese Pläne weder bestätigen noch dementieren. "Amazon hat dazu keine Ankündigung gemacht", sagte ein Sprecher zu "Apotheke ad hoc".

Streit zwischen Apotheken

Abgesehen von den Kooperationsapotheken dürfte dieser Schritt in der Branche niemandem gefallen. Seit Monaten streiten sich die Versandapotheken mit den Kollegen vor Ort. Peter Homann, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes, wirft den Versandapotheken vor, "unkontrolliertem Arzneimittelmissbrauch Tür und Tor zu öffnen". Die Versender fühlen sich kriminalisiert. Doch der Streit reicht viel weiter: Die Apotheken vor Ort fühlen sich von den Distanzhändlern bedroht. Mit Amazon betritt nun ein Akteur mit Marktmacht die Bühne, der den Streit ganz neu befeuern könnte. "Amazon steht für exzellenten Kundenservice. Wenn die Verbraucher merken, dass sie dort auch Arzneimittel bekommen, können sich die Dinge schnell entwickeln", sagt Fabian Kaske, Geschäftsführer der Pharma-Marketingagentur Dr. Kaske, zu "Apotheke ad hoc". "Da müssen sich Einige warm anziehen."

Rezeptpflicht könnte Problem für Amazon werden

Doch ganz einfach dürfte der Start des neuen Amazon-Angebots nicht werden. Denn noch stellt sich die  Frage, wie mit rezeptpflichtigen Medikamenten umgegangen wird. Und Amazon müsste sicherstellen, dass die Aufträge automatisch an die Partnerapotheken weitergeleitet würden - das sei nicht nur rechtlich, sondern auch technisch schwierig, so "Apotheke ad hoc".

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