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Amazon-Streik: Mitarbeiter in Leipzig legen die Arbeit nieder

Erst vor drei Wochen hatten Amazon-Mitarbeiter fünf deutsche Standorte bestreikt. Nun soll in Leipzig erneut die Arbeit niedergelegt werden. Wochenendarbeit müsse tariflich geregelt werden, heißt es.

Die Beschäftigten des Versandhändlers Amazon streiken an diesem Samstag in Leipzig. Verdi hat die Mitarbeiter der Spätschicht kurzfristig zum Ausstand aufgerufen. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft #link;Die Dienstleistungsgewerkschaft ;auf ihrer Internet-Seite# mit. Mit der Arbeitsniederlegung wolle die Gewerkschaft auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, dass Arbeit zu ungünstigen Zeiten tariflich geregelt werden müsse.

Der Konflikt zwischen dem US-Versandriesen und der Gewerkschaft dauert bereits seit Ostern 2013 an, immer wieder kommt es zu Streiks. Zuletzt hatte hatten Amazon-Mitarbeiter Ende September an fünf Standorten in Deutschland die Arbeit niedergelegt. Zudem drohten sie mit Arbeitskampfmaßnahmen im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Amazon orientiert sich an Logistikbranche

Verdi fordert von dem US-Unternehmen höhere Löhne sowie tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt indes die Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird. Bislang verweigerte der Konzern laut Gewerkschaft jedes Gespräch. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9000 Mitarbeiter.

"Gerade Arbeiten am Wochenende und in Abend- und Nachtstunden verursachen bei den Beschäftigten erhebliche gesundheitliche und familiäre Belastungen. Ein Tarifvertrag ist ein wirksames Mittel, um die Häufigkeit solcher Arbeiten zu begrenzen und durch Zuschläge einen Ausgleich für die Zusatzbelastung zu vereinbaren", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Bei Amazon würden Zuschläge, Schutzregelungen, Urlaub und Pausen einseitig durch den Arbeitgeber festgelegt, monierte Streikleiter Thomas Schneider.

kis/Reuters/DPA / DPA / Reuters