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Auftragseinbruch: Wirtschaftskrise trifft Maschinenbau hart

Den deutschen Maschinenbauern brechen die Aufträge immer massiver weg: Nach 30 Prozent weniger Bestellungen im November, schlägt der Dezember mit minus 40 Prozent zu Buche. Für 2009 rechnet die bislang erfolgsverwöhnte Branche mit dem stärksten Produktionsrückgang seit über 15 Jahren - und dem Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen.

Die Wirtschaftskrise wird beim deutschen Maschinenbau 2009 erstmals seit Jahren zu einem deutlichen Produktionsrückgang und Arbeitsplatzabbau führen. Es müsse mit dem Verlust von 25.000 Jobs gerechnet werden, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt mit. Im Vorjahr hatte die Zahl der Stellen in dem wichtigen Industriezweig um 40.000 auf 975.000 zugelegt.

Die Fertigung werde 2009 voraussichtlich um sieben Prozent schrumpfen, prognostizierte der VDMA. Das wäre der stärkste Rückgang seit 1993, als ein Minus von etwa 12 Prozent zu verzeichnen war. Kunden im In- und Ausland seien verunsichert und verhängten teilweise Investitionsstopps. Allein im Dezember seien die Bestellungen um 40 Prozent gegenüber dem Vormonat eingebrochen. Bereits im November war der Auftragseingang um 30 Prozent zurückgegangen.

Eine grundlegende Verbesserung bei den Kundenbestellungen erwartet der Verband in den kommenden Monaten nicht. "Plusraten sehe ich beim Auftragseingang bis zum Sommer nicht", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Möglicherweise würden aber die Minusraten im zweiten Halbjahr geringer.

Die Prognose sei allerdings unter extremer Unsicherheit erstellt worden, erklärte VDMA-Präsident Manfred Wittenstein. Es sei eine außergewöhnlich große Spreizung zwischen den einzelnen Bereichen zu erwarten: Während für Power Systems und Bergbaumaschinen Zuwächse vorauszusehen seien, müssten sich die Hersteller von Textilmaschinen und Werkzeugmaschinen auf zweistellige Minusraten einstellen.

Die stark exportabhängige Branche war in den vergangenen fünf Jahren von einem Höhenflug zum anderen geeilt. 2008 hatte die Hersteller ihre Produktion noch um 5,4 Prozent auf ein Volumen von 194 Milliarden Euro gesteigert. Im Oktober hatte der Verband noch gehofft, dass die Fertigung trotz weltweiter Wirtschaftskrise zumindest stagnieren werde.

Reuters/AP/DPA / AP / DPA / Reuters